Serien-Kritik: Star Trek Discovery

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Meine ursprüngliche Idee war es die beiden Serien The Orville und Star Trek Discovery in einem Blog-Artikel direkt miteinander zu vergleichen. Aber auf Grund der Entwicklung der beiden Serien, bin ich davon wieder abgekommen. Somit werde ich über Beide in getrennten Artikeln schreiben.

Den Anfang macht Star Trek Discovery.
Zur Info, meine Meinung über das Star Trek-Franchise hat sich im Lauf der Jahrzehnte sehr stark gewandelt. Siehe auch :  Space: The Final Frontier ….

Bevor ich mich jetzt auslasse, erstmal die übliche Warnung ….

!!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!!

Meine Overall Meinung über die erste Staffel von STD ist sehr sehr gespalten.
Aber im Einzelnen und der Reihe nach::

Das Look and Feel:
Offiziell heißt es STD würde in der TOS-Timeline spielen, mein Eindruck ist aber ein ganz anderer. Das look and feel ist eindeutig von den neuen Filmen der Kelvin-Timeline extrem  beeinflusst. Was auch nicht schlimm wäre, nur sollten sich die Produzenten  vielleicht einig sein, in welcher Timeline das ganze jetzt genau spielt. Obwohl … nach der letzten Szene spielt es doch wohl in einem ganz anderen Universum …
Auf jeden Fall kommt die ganze Ausstattung, Technik, Uniformen, etc. moderner und realistische rüber als bei TOS, TNG, VOY und Co. Es ist zwar kein Hardcore Science Fiction ala The Expanse, eher was in Richtung Battlestar Galactica (2003) bzw Teile von ENT.

Die Story:
Der Inhalt der ersten Staffel hat (zum Glück) eine (einigermaßen) durchgehende Story und nicht so wie die alten ST-Serien mit ihrem typischen “die Raumanomalie bzw. das Alien der Woche”-Folgen. Die Charaktere kommen auch gut rüber, mit ihren Handlungen und Motivationen – meistens zumindest (gleich mehr dazu) .
Das Auffälligste an der ersten Staffel ist aber, dass man sie in vier Abschnitte einteilen kann :
– Intro (Episode 01+02)
– Der Sporen-Antrieb bzw. Der Klingonen-Krieg (Episode 03-09)
– Mirror Mirror (Episode 10-13)
– We are Starfleet (Episode 14+15)
Diese Abschnitte unterscheiden sich, nach meiner Empfinden, extrem stark voneinander was Atmosphäre, Erzählstil, Ausrichtung, Aufbau, etc. angeht. Viel mehr als man es sonst auch bei unterschiedlichen Regisseuren und/oder Drehbuchautoren gewohnt ist.
Beim Überlegen nach dem wieso, nichts passiert ohne Grund, ist mir wieder eingefallen, dass mitten während der Dreharbeiten der Showrunner gewechselt hatte und das es deswegen auch die Verzögerungen bei der Ausstrahlung gab.
Zusammen mit ein paar weiteren Berichten über den Produktionsablauf und dem „wechselhaften“ Ablauf  der Staffel mit dem „aufgesetzt“ wirkenden Schluss, ergab sich bei mir eine Vermutung wie das alles zusammen passen könnte:
Bryan Fuller, der “Erfinder” von STD und zu Anfang auch der Showrunner, hatte im Vorfeld immer gesagt er wolle eine dunkle erwachsene Version von Star Trek machen.
Genau das passt zu den Episoden 1 bis 9 und ist damit wohl wahrscheinlich Fuller’s original Konzept – Ein Captain, ein Schiff und eine Crew, die in harten Zeiten (Krieg) tut was getan werden muss, egal was es kostet (Kollateralschaden) und egal was die Starfleet Moral da zu sagt – Nur das Überleben und der Sieg zählt!
Nachdem die ersten Folgen fertig waren, haben die Leuten bei CBS, wohl doch gemerkt das das was da ausgekommen ist fast nichts mehr mit dem klassischen Star Trek zutun hat.
Und da hat die wohl dann der Mut verlassen. Also weg mit Fuller und damit man nicht alles neu drehen muss, baut man den Mirror-Lorca-Twist ein. So wird man elegant den “harten” und “bösen” Captain los und erklärt gleichzeitig sein Verhalten/Charakter. Und durch das wenden der Crew gegen den Plan der (mitgebrachten) Imperatorin gibt es dann einen schönen Twist um den Krieg elegant und ohne Militäraktion durch Starfeet zu beenden. Und schon ist man wieder zurück bei der klassischen Star Trek Moral, siehe auch Michael’s Rede am Ende.
Und in Staffel zwei werden die Feinde dann wieder wie gewohnt bei einer Tasse Earl Grey zugelabert bis sie aufgeben.
Wie gesagt das ist alles nur eine Vermutung und meine ganz persönlich Meinung, aber nach den Fakten könnte es genau so angelaufen sein.
Eigentlich Schade, ich hätte mir erhofft, dass Lorca und Michael zusammen als Captain und Nummer Eins gegen die Klingonen kämpfen. Er als Badass, der tut was getan werden muss und sie als sein moralischer Gegenpol, der ihn von “zu extremen” Maßnahmen abhält. Und Tyler der dann die “Drecksarbeit” für die Beiden erledigt.
Aber das wird es jetzt alles nicht mehr geben …

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Mein Fazit:
Zu Anfang war ich extrem positiv überrascht, vor allem mit dem langsamen und sehr spannenden Story Aufbau, wo immer nur Bruchstücke der Geheimnisse der U.S.S. Discovery enthült wurden. Alles wie man es heutzutage erwartet, auf sehr gutem, modernem, “realistischem” Science Fiction Serien Niveau. Vergleichbar mit The Expanse, Killjoys, BSG(2003).
Es war zwar kein klassisches Star Trek mehr, das ist aber ansich erstmal nichts Negatives. Das gute ist ja gerade, dass sie sich weit genug von den alten Serien und von der Kelvin Timeline abgesetzt hat, um als was wirklich eigenständiges im ST-Universum heraus zustechen.
Aber …
Ab Folge 13 fängt es dann an zu kippen, erst langsam und zum Schluss dann schlagartig  um 180° – (siehe oben)
Zwischendurch blitzt zwar hin und wieder etwas Hoffnung durch, dass es doch noch so in der Art des ersten Teils der Staffel weiter gehen könnte (Krieg fast verloren; Captain Imperatorin; Angriff auf Qo’noS, Orion Slave Girls, etc.).
Aber die letzte halbe Stunde hat das alles, was vorher so gut aufgebaut wurde, zunichte gemacht und dann das Ganze soooo mit der klassischen Star Trek Moral zugeschleimt, dass mein Interesse an der zweiten Staffel auf ein Minimum reduziert ist.
stdBTW: Das mit Captain Pike und dem “Frankenstein”-Schiff – runde Gondeln wie die TOS, schräge Streben wie die Movie(old), beleuchtet wie die Movie(new) – Das war Fanservice pur, mehr nicht!
Also:
Zuerst eine sehr gute Serie mit verdammt viel Potenzial und sehr guten Zukunftschancen.
Aber durch die Story Twists im letzten Drittel, wurde das alles wieder zunichte gemacht und dies lässt auf wenig Gutes für die zweite Staffel hoffen. Ich befürchte es wird wieder  ein Story-mäßigen Starfleet Einheitsbrei ala TOS, TNG und VOY

BTW: In ca. zwei Wochen gibt es dann meine TNG Season 8 … ah … The Orville Kritik.

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Ein Gedanke zu „Serien-Kritik: Star Trek Discovery

  1. Pingback: Serien-Kritik: The Orville | McHenryArts

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