TVPunk – Max Headroom

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„20 Minutes Into the Future“

„This is Edison Carter, coming to you very much live and direct on Network 23.“

Von manchen alte Serien bleiben ganz bestimmte Bildern im Kopf hängen, aber wenn man sie sich dann Jahrzehnte später wieder an schaut ist man oft überrascht wie gut oder (leider öfter) wie schlecht sie sind / waren.
Aber manchmal erlebt man auch eine große Überraschung, wie im Fall von Max Headroom. Wenn man 30 Jahre später erstaunt feststellt, dass sie mehr ist als nur dieser stotternder (pseudo) Computer-Kopf … viel viel mehr …

Nach meinen Erinnerungen hätte ich Max Headroom als Cyberpunk eingestuft, was zwar eigentlich auch stimmt, aber genau genommen ist es sein ganz eigenes Genre: TVPunk.

Wie immer, besonder bei SciFi, muss man es im Kontext der Zeit sehen, besonders der damaligen technischen Entwicklung und des sozialen Zeitgeistes.
Ende der 80er waren Computer meistens Standalone. Klar gab es lokale (Firmen-)Netzwerke, aber die globale Vernetzung ging nicht über ein DialIn ins lokale Bulletin Board hinaus.
Zur gleichen Zeit kam das Kabel- und Satelliten-TV auf, mit seinen (damals schon) Hunderten von Programmen und wurde, in Verbindung mit Teletext, als das Kommunikationsmedium der Zukunft angesehen.
Die Technik wie sie in Max Headroom gezeigt wurde spinnt nun diese beiden Entwicklungen weiter, so das eine Oligarchie von Television Networks die Welt beherrscht inkl. dem Einfluss auf Politik, Bildung, Börse, “Fake News”, etc.
Diese Macht der Networks geht sogar so weit, dass das Abschalten von Fernsehern unter Strafe verboten ist.
Auch das Gesellschaftliche Entwicklung der späten 80er wurde entsprechend weiter gesponnen, z.B die Schere zwischen Arm und Reich (typisch Cyberpunk) oder dass die Massen nur noch lethargisch von dem TV hängen (wurde ja damals von den Kabel-TV Gegner “vorausgesehen”) – Um nur zwei Beispiel zu nennen.

Interessanterweise ist mir erst beim jetzigen anschauen aufgefallen, wie wenig Max Headroom selber in der Serie auftritt und vor allem wie wenig Einfluss der auf Story hat. In den meisten (fast allen) Folgen ist er ‘nur’ ein Comic Relief, oder er gibt ein Stichwort das den Rest des Teams (meistens Bryce) auf den richtigen Weg bringen. Es gibt nur zwei / drei Folgen wo er wirklich etwas essentielles für den Plot tut.

Das die Grafik von Max Headroom gar keine Computeranimation war, sonder nur ein Maske, habe ich erst bei meinen Recherchen zu diesem Artikel erfahren. Ebenso wie das der Hintergrund und auch die Grafiken auf den Computer-Screens nur normale Zeichnungen sind. BTW Diese vom gleichen Grafiker wie die Computer Grafiken in BBC’s The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (1980) .

Was diese Serie auch noch so besonders macht, ist das alle(!) der 1987 angesprochen Themen sind heute genauso aktuell wie damals, man muss nur Television Networks durch Internet Companies und die Fernseher durch Smartphones ersetzen und schon ist man im Real Life der Gegenwart.
Egal ob Zwangs Werbung; illegale Organtransplantation, AI Security-Systems; Fake News; Fake Religion; elektronische Wahlmanipulation; Designer Babies; payed education; Hartz-IV-TV; etc. Fast alles was sich damals die Autoren ausgedacht haben ist heute real. – Nur kommt es nicht übers Kabelfernsehen sondern übers Internet ….

BTW: Früher war mein Favoured Charakter natürlich Bryce Lynch, 30 Jahre später ist es Reg. Schon Interessant wie sich die Anschauung ändert …

Nicht vergessen:

Zik-Zak… We make everything you need and you need everything we make.

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