Serien-Kritik: The Orville

vlcsnap-2018-02-19-23h41m16s254Meine ursprüngliche Idee war es die beiden Serien The Orville und Star Trek Discovery in einem Blog-Artikel direkt miteinander zu vergleichen. Aber auf Grund der Entwicklung der beiden Serien, bin ich davon wieder abgekommen. Somit werde ich über Beide in getrennten Artikeln schreiben.

Nach meiner Kritik über Star Trek Discovery letzte Woche kommen wir jetzt meiner Meinung zu Seth MacFarlane ’s The Orville

Bevor ich mich weiter auslasse, erstmal die übliche Warnung ….

!!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!!

Als die ersten Infos und Trailer auftauchen, dass Seth MacFarlane ein Science Fiction Serie im Star Trek Style rausbringen würde, hatten viele, ich auch, zuerst ein mulmiges Gefühl. Denn wegen seines Rufs als Comedian befürchtete man, dass was im Stil wie “(T)Raumschiff Surprise” rauskommen würde.
Aber Seth MacFarlane ist (zum Glück) nicht Bully!

The Orville oder Star Trek – The Next Genration: Season 8 
The Orville ist eine mehr als gelungene “Fan Hommage” an das Star Trek Franchise geworden, zusätzlich mit einigen sehr interessanten Ideen und Blickwinkeln.
Ich würde sogar sagen, dass The Orville ist das bessere Star Trek 2017!
Nicht missverstehen, hier geht es um die Definition von Star Trek nach Roddenberry, so wie man sie aus TOS und TNG und teilweise auch aus ENT kennt. DS9 und STV sind da vielfach sehr stark davon abgewichen und die erste Staffel von STD ging ja sowieso ganz andere (neue) Wege. Genau diesen alten “Spirit” trifft The Orville so optimal, dass man sie schon fast als TNG Season 8 ansehen könnte.
Auch beim Aufbau der Crew und ihrer Charaktere merkt man große Übereinstimmungen zur Crew von TNG.  zum Beispiel Ed Mercer hat viel von William Riker; Bortus von Worf; Alara Kitan von Worf, Tasha Yar und Ro Laren; Isaac ist eindeutig Data; … Man könnte, mit nur minimalen Änderungen, jede Folge auf die Crew der NCC-1701-D anpassen.

Humor: 
Bezüglich der anfänglichen Sorgen wegen MacFarlane ’s Art von Humor, kann ich sagen, dass seine Witze wirklich dezent und sehr passend eingestreut sind. Klar, es ist seine typische Art von Humor, aber es ist nie zu übertrieben oder unpassend oder wirklich “peinlich” und vor allem er wirkt nie aufgesetzt oder krampfhaft reingedrückt, sondern die Gangs sind immer passend zur Situation.
Einige Beispiele:
Das man vor einer extrem gefährlichen Undercover Mission Witze reist um seine Angst zu verdrängen, ist nachvollziehbar und passt. Das einem im normalen “Arbeitsleben” Missgeschicke passieren, sowas macht die Crew nur mehr “menschlich”. Das außerirdische und die menschliche Besatzungsmitglieder nicht gut mit den Besonderheiten der jeweils anderen Kulturen vertraut sind. Dann ist es nur normal, dass sich daraus Missverständnisse und “witzige” Situationen ergeben. Die Situationskomik die sich ergibt, wenn man eine/einen Ex als Berufskollegen hat. …. und so weiter ….
Zusammenfassend gesagt ist der Humor sehr gut und sehr passend – diese Aussage bezieht sich natürlich auf’s englische Original, wer weiß was Pro7 bei der Synchronisation draus macht. Also auf jeden Fall in Englisch anschauen!

Gesellschaftskritik:
Das wirklich Herausragende von The Orville und auch das was sie von vielen anderen Serien unterscheidet ist, dass in jeder Folge einige sehr heikle gesellschaftskritische Gegenwarts Themen angegangen werden. Wirklich in jeder Folge ein teilweise kontroverses, gesellschaftlich heutzutage relevantes Problem, nicht nur angesprochen, sondern verdammt gut und schonungslos dargestellt.
Dies kam zwar auch schon in den alten Star Trek Serien vor, aber nicht so deutlich wie hier, damals wurde es eher unterschwellig und nicht so “straight on the point” wie hier dargestellt wird.
Seine Witze würde ich somit als Comic Relief ansehen, um die heiklen Themen und damit auch die Gesellschaftskritik besser/leichter “verdaubar” zu machen. Obwohl einem teilweise die Lacher kurze Zeit später, wortwörtlich, im Halse stecken bleiben. In meinen Augen am ehesten vergleichbar mit dem was Walt Disney Television bei Jim Henson’s Dinosaurs (1991-1994) gemacht hat bzw. South Park heutzutage macht, nur das es SP halt mit der extrem Holzhammer Methode macht.
Wirklich in jeder Folge kommt ein anderer gesellschaftskritischer Kontext vor und nicht nur nebenbei, sondern als Kernthema:

– Moralische Bedenken bezüglich Zoos („Command Performance“)
– Was ist eine zu korrigierende Behinderung? („About a Girl“)
– Religiöser Fanatismus (“If the Stars Should Appear“)
– Diebstahl und schmuggel von historischen Artefakten („Pria“)
– Der Umgang mit unschuldigen Opfer von Kriegen („Krill“)
– Die Macht (und der Missbrauch) von Likes und Dislikes („Majority Rule“)
– Was ist die richtige Art der Kindererziehung? („Into the Fold“)
– “roofied” und Gebietsstreitigkeiten („Cupid’s Dagger“)
– Umgang mit Angstzustände/Depressionen („Firestorm“)
– Verbergen der eigenen Persönlichkeit, um von anderen “akzeptiert” zu werden („New Dimensions“)
– Entstehung und Missbrauch von Religion („Mad Idolatry“)

Solche Themen so offen anpacken dazu kann nur sagen Respekt! *Applaus* *bow*
Ich hoffe mal, dass auch die zweite Staffel in dieser Art weiter macht. Wenn ja bin schon mal gespannt was sich Seth MacFarlane und sein Team dann einfallen lässt ….

Fazit:
The Orville ist genaugenommen ein Fan-Film á la Star Trek Continues!
Seth MacFarlane versetzt das ganze nur in ein anderes Universums um die Copyright-Problematik zu umgehen. Aber es ist mehr als eindeutig erkennbar, dass es sich eigentlich  um Star Trek handelt.
Vom ganzen look and feel her fühlt es sich wirklich an wie TNG Season 8.
Aber durch den Humor und das schonungslose einbauen von Gesellschaftskritik ist doch was eigenständiges, was sich von vielen anderen heutigen Science Fiction Serien abhebt entstanden.

Orville vs. Discovery
In der direkten Konfrontation der beiden Raumschiffe würde ich zwar sagen Unentschieden,  jede hat ihre Stärken und Schwächen. Aber dies bezieht sich nur auf die erste Staffel und auf Grund der letzten halben Stunden von STD, befürchte ich das es in den zweiten Staffeln doch ganz anders aussehen könnte. Und so freue ich mich doch mehr auf die zweite Staffel von The Orville  ….
BTW:
In einem direkten Spacebattle würde die Discovery die Orville sowas von zerlegen …

 

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