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Love, Death + Robots Volume 4

Love, Death + Robots Volume 4

Love, Death + Robots Volume 4 ist die vierte Staffel der Anthologie-Fernsehserie von Netflix – diesmal mit 10 Episoden. Wie erwartet, präsentiert sich die neue Staffel erneut als stilistisch wie erzählerisch vielseitige Hommage an das legendäre Heavy Metal Magazin. Selbstverständlich habe ich mir direkt zum Release die gesamte Staffel in einem Rutsch angeschaut.

Meine Kritiken zu Love, Death + Robots Volume1 ; Volume2 ; Volume3

Die Staffel bietet wie gewohnt zehn Kurzgeschichten mit jeweils eigenständigem visuellen Stil – von klassisch animiert über hyperrealistisch bis hin zu experimentell-abstrakt. Das macht auch Volume 4 wieder zu einem abwechslungsreichen Seherlebnis.

Bemerkenswert ist erneut die Altersfreigabe: Alle Episoden sind als NSFW deklariert, was diesmal allerdings weniger nachvollziehbar erscheint. Wirklich explizite Inhalte a la Blood, Gore and Nudity gibt es nur in einer einzigen Folge. Das lässt vermuten, dass Netflix hinsichtlich Vermarktung und internationaler Ausspielung wieder verstärkt redaktionell eingegriffen hat – ein Trend, der sich bereits in Volume 2 und 3 andeutete.

Qualitativ schwanken die Episoden erneut stark. Visuell bleiben sie jedoch durchgehend auf einem extrem hohen Niveau: Ob 2D-Karikatur, CGI-Realismus oder stilisierte Absurdität – die optische Umsetzung ist jedes Mal beeindruckend. Die wahren Unterschiede zeigen sich wieder im Erzählstil, Story und der narrativen Tiefe.
Hier meine Einschätzung der Episoden, von „Schrott“ (—) bis „überragend“ (+++):

Can’t Stop (+)
Red Hot Chili Peppers trifft „Supermarionation„. Die Animation erinnert an alte Marionetten-Serien (Thunderbirds) und ist technisch witzig umgesetzt. Visuell hat die Episode ihren eigenen Charme und könnte durchaus als stilvolles Musikvideo funktionieren. Leider fehlt eine fesselnde Handlung oder tiefere Aussage. Als künstlerischer Clip funktioniert sie gut, aber wer auf eine echte Story oder emotionale Tiefe hofft, wird hier eher enttäuscht.

Close Encounters of the Mini Kind (+++)
Ein Highlight der Staffel! „War of the Mini Worlds“ in einer charmanten Miniatur-Wunderland-Ästhetik, die mit viel Liebe zum Detail und einem besonderen Blick für Maßstab und Perspektive inszeniert wurde. Die winzigen Außerirdischen treffen auf eine perfekt nachgebildete Welt im Kleinformat, was nicht nur visuell faszinierend ist, sondern auch durch clevere Regieideen besticht. Die Mischung aus Humor, Spannung und Miniatur-Nostalgie hebt die Folge deutlich hervor. Besonders gelungen ist, wie mit Licht, Kamera und Sound gearbeitet wurde, um die kleine Welt groß wirken zu lassen. Ein Fest für Fans von Modellbau, Sci-Fi und origineller Animation.

Spider Rose (++)
Starker Anfang, atmosphärisch dichte Inszenierung mit einer spannenden Prämisse und beeindruckender visueller Gestaltung – doch das Ende enttäuscht leider. Die Handlung baut zunächst eine geheimnisvolle Spannung auf und deutet auf eine tiefere Geschichte hin, doch die Auflösung wirkt plötzlich und etwas beliebig. Das Verhalten der Aliens bleibt dabei undeutlich: War ihr Vorgehen von Anfang an geplant oder haben sie spontan reagiert? Diese Fragen bleiben unbeantwortet, was einerseits Raum für Interpretation lässt, andererseits aber auch unbefriedigend ist, da der narrative Bogen nicht zu Ende geführt wird. Mit etwas mehr Entwicklung hätte diese Folge zu den Highlights der Staffel gehören können.?

400 Boys (++)
Erinnert thematisch an „Attack the Block„. Die Geschichte spielt in einem urbanen Setting mit einer Gruppe junger Protagonisten, die auf eine fremdartige Bedrohung treffen. Dabei werden klassische Sci-Fi-Elemente mit jugendlichem Humor und sozialer Kritik kombiniert. Die Animation ist flüssig und die Charaktere sind glaubwürdig dargestellt, auch wenn sie nicht allzu tiefgehend entwickelt werden. Insgesamt eine gute Idee, die mit ihrer Mischung aus Action, Stil und Setting solide unterhält, auch wenn das Ende etwas abrupt wirkt und Potenzial für mehr Tiefe vorhanden gewesen wäre.

The Other Large Thing (+++)
Katzen und A.I. übernehmen die Welt. Die Idee klingt auf den ersten Blick absurd, doch die Umsetzung ist äußerst kreativ und ironisch. In dieser Folge wird auf humorvolle Weise gezeigt, wie technologische Entwicklungen aus dem Ruder laufen können – und das in den Pfoten scheinbar harmloser Hauskatzen. Die Animation ist beeindruckend und spielt mit Kontrasten zwischen niedlicher Optik und dystopischem Unterton. Dabei wird das Verhalten der Katzen mit viel Charme und einem Augenzwinkern in Szene gesetzt. Skurril, aber unterhaltsam und technisch brillant inszeniert, gelingt es der Episode, satirische Gesellschaftskritik in eine absurde Sci-Fi-Geschichte zu verpacken, die noch lange nachwirkt.

Golgotha (—)
Gott, die Erste: Delfin-Jesus, Alien-Kreuzzug – diese Episode strotzt nur so vor religiösen Symbolen und bizarren Ideen, die allerdings in einer ziemlich wirren und schwer nachvollziehbaren Handlung präsentiert werden. Die Macher wollten offenbar tiefgründige Metaphern über Glaube, Erlösung und intergalaktische Missionen einbauen, doch das Ergebnis ist ein überfrachtetes Durcheinander. Die Bildsprache ist zwar originell, aber inhaltlich wirkt die Geschichte unausgegoren und lässt viele Fragen offen. Besonders enttäuschend ist, dass das Potenzial einer religionskritischen Science-Fiction-Parabel nicht ausgeschöpft wird. Wie so oft ist gerade die Folge, über die am meisten in den Medien gesprochen wird, auch die schwächste.

The Screaming of the Tyrannosaur (+++)
Hunger Games trifft Dino-Sci-Fi. Die Folge kombiniert eine futuristische Arena-Welt mit prähistorischen Kreaturen und schafft so eine spannende, wenn auch nicht ganz neue Grundidee. Die visuellen Effekte sind beeindruckend und lassen vor allem die Dinosaurier lebendig und bedrohlich wirken. Die Kämpfe sind temporeich und gut choreografiert, wodurch sich ein starkes Action-Erlebnis ergibt. Leider bleibt die Story etwas hinter den Erwartungen zurück: Die Wendung am Ende ist ziemlich vorhersehbar, und einige Figuren wirken etwas zu klischeehaft. Trotzdem bietet die Folge unterhaltsame Science-Fiction-Action mit starker visueller Umsetzung.  BTW: Die einzige Folge mit Blood, Gore and Nudity.

How Zeke Got Religion (—)
Gott, die Zweite: eine uninspirierte Kopie der B-17-Folge aus dem Heavy Metal-Film von 1982, diesmal mit starkem religiösem Einschlag. Die Folge versucht, Horror mit Glaubensmotiven zu vermischen, erreicht aber nie die emotionale Wucht oder stilistische Eigenständigkeit ihres Vorbilds. Statt intensiver Spannung oder erzählerischer Tiefe gibt es hier altbekannte Klischees, uninspirierte Charaktere und vorhersehbare Wendungen. Die religiösen Symbole wirken aufgesetzt, die Atmosphäre ist zwar düster, aber ohne echten Sog. Auch visuell bleibt die Episode eher durchschnittlich, was sie noch blasser erscheinen lässt im Vergleich zu anderen, technisch ambitionierteren Beiträgen der Staffel.

Smart Appliances, Stupid Owners (+++)
Kürzeste, aber klügste satirischte Folge. Die Episode nimmt den alltäglichen Umgang mit smarter Technologie aufs Korn und zeigt in nur wenigen Minuten, wie schnell sich unser bequemes Leben in Chaos verwandeln kann, wenn Technik rebelliert. Dabei wird mit scharfem Witz und einem guten Gespür für Timing gearbeitet. Besonders gelungen ist die Darstellung des absurden Verhältnisses zwischen Mensch und Maschine, das gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken anregt. Gerne mehr davon!

For He Can Creep (–)
Gott, die Dritte: Katzen im Kampf gegen Satan. Die Idee klingt auf den ersten Blick originell und durchaus witzig – niedliche Haustiere treten gegen das personifizierte Böse an. Visuell ist die Folge solide umgesetzt, mit stimmungsvollen Licht- und Schatteneffekten sowie einem gutengotischen Stil. Leider bleibt die Handlung sehr oberflächlich: Es fehlt eine klare Motivation der Figuren, und die Handlung wirkt eher wie ein loses Konzept als eine durchdachte Geschichte. Obwohl Potenzial für eine schwarzhumorige Satire vorhanden gewesen wäre, wird dieses nicht genutzt. Kurios, aber erzählerisch leider eher flach und wenig einprägsam.

Fazit:
Volume 4 ist leider die bislang schwächste Staffel von Love, Death + Robots. Die Anthologie-Serie entfernt sich zunehmend von der erzählerischen Dichte und Originalität der ersten Staffel, die viele Fans so begeistert hat. Vor allem inhaltlich können die neuen Episoden nicht mithalten: Zwar ist das visuelle und künstlerische Niveau nach wie vor extrem hoch, doch die Geschichten bleiben oft hinter ihren Möglichkeiten zurück. Fast jede Folge hätte von einem stärkeren Drehbuch, einem zusätzlichen Twist oder einem emotionalen Höhepunkt profitiert. Stattdessen bekommt man zu häufig visuelle Exzellenz ohne erzählerischen Tiefgang – ein Paradebeispiel für „Style over Substance“.
Hinzu kommen drei Episoden, die sich stark auf christliche Motive und Ideologien stützen. Diese religiösen Themen wirken in ihrer Umsetzung aufgesetzt und übertrieben symbolisch. Statt zum Nachdenken anzuregen lassen die Erzählungen unfreiwillig(?) belehrend erscheinen.
Leider befürchte ich, dass der „Style over Substance“ auch weiter in der möglichen fünften Staffel fortgesetzt wird, sofern sich die Macher nicht doch wieder mehr auf packendes besseres Storytelling konzentrieren.

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