gamescom 2018 – The end of an era …

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Die gamescom 2018 … ein schwieriger Fall … ich weiss garnicht wie und wo ich anfangen soll … also versuchen wir es mal mit etwas History.

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Ich auf der gamescom 2009

10 Jahre gamescom ,,, 
2009 war die erste gamescom in Köln.
Ich plante damals zuerst nur am Donnerstag hinzugehen, ich fand den Tag aber so klasse, dass ich mich kurzfristig dazu entschieden hatte auch den Samstag hinzugehen ( ja – damals war sowas noch möglich). Des Weiteren fand am dem Tag auch noch der Cosplay-Weltrekordversuch statt und eine (damals) gute Freundin hat mich in ihrem Troll-Cosplay begleitet.
Ich war so begeistert von der Veranstaltung, dass ich von da an jedes Jahr da war, zuerst nur an zwei und später an allen vier Tagen. Somit wurde für mich die gamescom zu einem der Con-Highlights des Jahres, direkt nach den Elfia(s) und der RPC.
Das ging so bis ca. 2014, ab da wurde mir langsam bewusst, dass die Schere zwischen Aufwand (Stress, Zeit, Geld) und Nutzen (Photos, Spaß, Atmosphäre) immer kleiner wird. 2015 war der Vorsprung, wenn ich es mal objektiv betrachte, nur noch minimal.
2016 war dann das Jahr wo die gamescom ein Opfer des blinden Aktionismus wurde und ich deswegen nicht hingegangen bin. Ein Jahr später wollte ich erstmal abwarten wie die die Security-Regeln jetzt weiter entwickelt hatten.
Anfang 2018 fiel dann, nach einiger Überlegung, die Entscheidung doch mal wieder hinzugehen, wenn auch nur für einen Tag, vor allem nach dem das Con-Jahr 2018 bis dahin etwas “suboptimal” gelaufen war. Auch die neuen Cosplay-Regeln sahen wieder besser aus und dann noch die Chance DAS Game auf dessen erscheinen ich fussscharrend wartete live zu sehen.
All dies hat meine Bedenken vernebelt und mein Bauchgefühl übertüncht …

Vorfeld:
Die erste Enttäuschung gab es schon bevor die Messe überhaupt angefangen hat. Mit der “Ankündigung” von CD Projekt RED, dass sie Cyberpunk 2077 nicht im öffentlichen / Privatbesucher Teil der gamescom zeigen werden.
Da ich mich extrem auf dieses Games freue, bekam meine Vorfreude schon den ersten Dämpfer – es sollte nicht der letzte Dämpfer gewesen sein, bei weitem nicht.

Anreise:
Am 23.08.2018 saß ich dann in meinem “Der Frise”-Shadowrun-Cosplay (Anspielung auf “Der Finne” aus Neuromancer) im ICE nach Köln. Wie geplant war ich über eine Stunde vor der Messe-Öffnung in Köln. Es war zwar schon gut gefüllt, aber nicht übervoll und so kam ich schnell zum Taschen-/Waffen-Check.
Die erste (positive) Überraschung des Tages: Der Security-Typ interessierte sich mehr für den Inhalt meiner Gürteltasche, als für die Nerf im Halfter. Die mußte ich nicht mal raus holen, obwohl sie eigentlich mehr als deutlich zu sehen war. Dabei nuschelte er was davon, dass die primär nach spitzen/scharfen Gegenständen suchen.
Da ich so früh da war, saß ich auch in der ersten Wartezone und als dann um kurz vor 10:00 der Einlass begann, war ich auch als einer der ersten drin …

Zur Info:
Im ersten Ansatz wollte ich in dieses Blogs chronologisch beschreiben wie mein Tag auf der gamescom abgelaufen ist. Aber da sich viele der Erzeugnisse und Eindrücke überschritten bzw. sich über den ganzen Tag gebildet haben, entschied ich mich dagegen. Das Aufteilen in einzelne Themen scheint mir doch die bessere Idee und ist auch angenehmer zu lesen und zu verstehen – hoffe ich mal.

Atmosphäre und Besucher:
Gamescom 2018 - 075Die gamescom war schon immer mehr als “gut” gefüllt. Aber als SO voll wie es diesmal empfand ich es noch nie. Es war, an diesem Donnerstag, voller als an den schlimmsten mir bekannten Samstagen.
z..B. das die Rolltreppe und der obere Teil des Boulevard zeitweise zur Einbahnstraße erklärt wurden, sowas habe ich schon öfter erlebt, an fast jedem Samstag. Aber das zeitweise die Rolltreppe vollständig gesperrt wurde und die die Leute weiträumig aussen(!) um Halle 9 herum umgeleitet wurden – sowas ist neu! Vor allem ist es sehr unangenehm, wenn man nur mal kurz(!) von 10.1 nach Halle 6 will. Und dann diesen großen Umweg durch die pralle Sonne laufen muß.
So voll wie das war bin ich mir fast sicher, dass die Besucherzahlen garantiert die Feuerschutz-Richtlinie überschritten haben – oder die haben diese in den letzten Jahren “überarbeitet”.
An einigen Stellen wurde der Effekt dadurch noch verstärkt, dass die Gänge relativ schmal waren. Einigen Stellen waren noch schmaler als sonst, vor allem in der Shut Up and Take my money-Halle und im Cosplay Village (dazu später mehr).
Aber es war nicht nur die Masse der Besucher, genauso schlimm waren die Besucher selber. Klar, es waren immer schon sehr viele (zuviel) Opferzocker da, aber dieses Jahr hatte ich das Gefühl, es sind NUR noch Opferzocker da. Und das die richtigen Computer/Gaming-Nerds auf der gamescom zu einer aussterbenden Spezies gehören.
Und diese “Gamer” benehmen sich da auch wie die letzten Primaten (sorry ich will keine Affen beleidigen). Besonders schlimm die Fortnite-”Zocker”. In der Nähe vom dem Stand wurde ich mehrfach fast umgerannt – BTW: Dazu passt dann auch der Bericht über die Number-two-Sauerei in der Fortnite-Schlange.
Allgemein war gegenseitige Rücksichtnahme, wie ich sie von anderen Cons – vor allem in NL und B kenne, praktisch nicht vorhanden.
Zwischendurch ging mir folgendes durch den Kopf:
An manchen Tagen hat man nicht nur Verständnis und Sympathie für Thanos. Man würde ihm die Steine nicht nur freiwillig geben – man würde ihm auch noch den Finger führen!
Sowieso hatte ich das Gefühl, dass die ganze Gaming-Branche immer mehr zum Mainstream “verkommt”. Diese Entwicklung an sich ist ja nichts Neues. Schon seit Jahren merkt man, dass die Games immer mehr casual werden, immer Einsteiger freundlich und immer mehr für den Massenmarkt weichgespült, Inhaltlich und Spieltechnisch und Hauptsache die Grafik ist schön. Durch die Besucher und auch bei den Spielen selber ist mir diese Entwicklung diesmal ganz besonders aufgefallen und schmerzhaft (wortwörtlich) bewusst geworden.
Gamescom 2018 - 142Das deutlichste Zeichen, dass Gaming jetzt Mainstream ist, war die Sponsorenliste des ESport League: Razer und Paysafecard kann ich ja noch verstehen; MCDonalds und Pringles – OK; Warsteiner – Naja; WüstenrotWüstenrot? Bausparen? Für mich einer DER Inbegriffe der Spießigkeit – Als ESport Sponsoren! Das war genau der Moment wo mein Gehirn registriert hat: Gaming IST Mainstream!
Auf Grund von solchen Dingen schäme ich mich langsam, das ich ein Gamer bin!
Gamescom 2018 - 072Dass die Family&Friends Zone von der Evangelischen Jugend Köln und Umgebung betrieben wurde, lasse ich jetzt mal besser unkommentiert …
Das Essen war wie üblich auf der gamescom: Große Auswahl; Messepreise, lange Schlangen und viel zu wenige Sitzplätze. Die letzten beiden Punkte wurden natürlich durch das zu voll noch verstärkt.
Allein diese ganzen Punkte haben haben mir schon mal eine ganze Menge Spaß und Energie gekostet. Aber wir fangen ja gerade erst an ….

The Big Player of Game-Industry:
In der Vergangenheit gab es zwei Hauptgründe warum ich zur gamescom gefahren bin: Die Cosplayer und die optisch genial gemachten Ständen der Big Player der Game-Industry.
Besonders die ganz großen wie EA, Ubisoft oder Blizzard, versuchten sich früher jedes Jahr mit ihren Standdekos zu übertrumpfen. Ich erinnere nur an die MIG15 (2011) und den Titan (2013) und die ME109 (2014) und der TIE & AT-AT (2015) und … und .. und ….
Und was gibt es 2018?
2018 ist der Typische Stand einer Triple-A-Games-Company eine große geschlossene “Box”, die an mindestens drei Seiten mit Promo Bildern und dem Namen des Games beklebt ist. Oder mit irgendwelchen Pseudo Maya Hieroglyphen. Wenn die vierte Seite des Standes offen ist, dann sieht man dort nur die Rückseite der Monitore der Test-Area , aber nichts vom Game selber. Dazu hängt man dann noch ein paar Großschirme auf. Dort laufen dann, schon lange bekannte, Promo Videos und fertig ist der Big Player-Stand!
Vielleicht stellt man noch eine(!) Statue passend zum Game dazu. In die WarteZone, kommen dann noch ein, zwei Vitrinen, mit den Figuren aus der Collectors Edition des entsprechenden Games – Damit sich die dort Warteten schon mal anschauen, was sie in ein paar Monaten unbedingt kaufen müssen!
Wenn der Stand Designer doch noch gemerkt hat, dass seine, eine halbe Halle großer, Stand doch etwas zu leer aussieht. Dann man hängt einfach eine Spitfire an die Decke. Aber mit der ist dann schon einer von den Top Ständen!

Gamescom 2018 - 014
Wie gesagt, gerade von EA und Ubisoft war ich da besseres aus der Vergangenheit gewohnt.
Früher waren auch noch die Stände von Caseking; Razer und Roccat bekannt besonders für Ihr “Eye-Candy”. Aber auch die haben extrem nachgelassen. Besonders was Deko, Show und Girls angeht. Lediglich am Stand von Caseking standen ein paar extreme Casmods. Aber das waren alles Modelle, die ich schon auf den gamescoms der letzten Jahre gesehen hatte.
BTW: Habe ich den Casmod-Wettbewerb übersehen oder gab es dieses Jahr keinen?

Sonderfall Blizzard-Stand:
Der Stand von Blizzard war ein Grenzfall, er war offener und abweselungsreicher gestaltet als die von EA und Ubisoft. Hier konnte man auch direkt auf die Monitore in den Tests-Areas schauen. Auch war die Stand Deko sehr gut gemacht, mit dem Summenstone oder dem Heartstone an den Eingängen. Dazu kam noch der Darkmoon Faire Bereich mit dem Zelt für Airbrush-Tattoos und X-53 Touring Rocket Green-Screen für Photoshootings.
Die Overwatch und Starcraft Bereichen waren mit passenden Figuren geschmückt, die man aber schon seit Jahren kannte, also eigentlich nichts neues.
Aber ich muss leider sagen, dass mir an dem gesamten Blizzard Stand viel zu viel Overwatch und Co. war und viel zu wenig WoW. Besonders merkte man das auch am Merchandising Stand von Blizzard in der Shut Up and Take my money-Halle. Ok, mag sein das nur mir als altem Hordler so extrem aufgefallen ist.
In Summe muss ich sagen, dass wie schon gesagt, der Stand von Blizzard zwar besser war als der von EA und Ubisoft, aber auch hier: Früher war er besser, viel besser …

Es gab auch gute Stände:
Nach den ganzen negativen Stand-Beispielen kommen wir mal zu etwas positivem, also wo sich die Leute wirklich Mühe mit der Einrichtung und der Dekoration der Stände gegeben haben.
Dabei zeichnete sich übrigens ein interessantes Muster ab, die Triple-A-Firmen haben optisch “beschieden” Stände und die Free-to-Play / Freemium Firmen haben die super dekorierten Stände.
Am deutlichsten zu sehen am “Stand” von Fortnite, welcher neben den normalen Tests-Areas, auch noch eine Photo-/Cosplayecke und einen Electric Bull hatten. Und als Krönung lief über dem ganzen Stand noch eine Zipline-Bahn. SO muss ein Stand aussehen – auch wenn die Fans ungenießbar sind (Siehe oben).
Auch genial war der Stand von Wargaming, die wieder mal mit einem Panzer-Diorama für World of Tanks Werbung machten. Anscheinend machen die wohl jedes Jahr ein neues Diorama, mit dem sie dann auf Tour gehen. Letztes Jahr habe ich öfter das mit dem Mark I (1916) – Tank gesehen und dieses Jahr ist es eins mit einem Leopard I Panzer. Hinzu kam noch ein nachgebautes Vordeck eines Zerstörers, als Promo für World of Warships. Und natürlich die üblichen Bilder und Großbildschirme.
Am Stand von PUBG war der letzte Teil der Wartezone dem inneren eines Flugzeuges nachgebildet, also genau wie im Game – vorbereiten auf den Absprung in Game.

gamescom-Merchandising
In den letzten Jahren hat das gamescom-Merchandising selten meinen Geschmack getroffen. Aber dieses Jahr mit der 10Years-Serie, waren Sachen dabei die mir zugesagt haben und die ich mir holen wollte.
Kurz nachdem ich morgens drin war kam ich am ersten gamescom-Merch Stand vorbei. Also dachte ich mir hole ich mir sofort die Sachen, bevor das nachher alles weg ist.
gc-10Years“Je einmal Dog Tag Bracelet 10YEARS; Dog Tag Set 10YEARS und Festival Bracelet 10YEARS, Bitte.” – “Sorry, alles ausverkauft!” – “Ausverkauft ?!? Am zweiten Tag der Messe?” – “Ja”
Diese Szene wurde für mich zum Running Gag des Tages!
Im laufe des Tages habe ich an ALLEN (wortwörtlich!) Merchandising Ständen nachgefragt. Mit etwas Glück bekam ich dann zumindest das Festival Bracelet und das Dog Tag Set. – Letztes auch nur weil ich danach gefragt, habe ob sie mir das aus dem Display-Ständer verkaufen können.
Aber das begehrte Dog Tag Bracelet habe leider an keinem der Stände bekommen.
Das finde ich in doppelte Hinsicht eine riesen Sauerei. Erstens, dass die gamescom-Orga nur so wenig davon hergestellt hat und das die die alle am ersten Tag schon in den Verkauf gegeben haben.
Und zweitens, dass jetzt irgendwelche Opferzocker, die zum ersten mal auf der gamescom waren, hochnäsig mit dem Ding rumlaufen und unsereins der auf der 2009 auf der Ersten gamescom war und seitdem Acht von Zehn mitgemacht hat, kann sehen wo er bleibt!
BTW:
Ebay ist auch keine Option. Auf Kleinanzeigen suchen auch mehrere und das Dog Tag Set wird für 50€ (UVB 8,50) angeboten.
BTW2:
Auf eine Nachfrage, zwei Wochen nach der gamescom, ob das Dog Tag Bracelet nochmal aufgelegt werden würde, war die Antwort – nein.
BTW3:
Drei Wochen nach der gamescom kam dann die Info, dass die die Sachen doch noch mal aufgelegt haben . Auf diesem Wege bekam ich doch noch das Dog Tag Bracelet.
Aber overall fand ich den ganzen Ablauf einfach nicht in Ordnung von der gamescom-Orga.

Retro-Zone:
Gamescom 2018 - 070Seit beginn der gamescom war ich ein großer Fan der Retro-Computing, vor allem weil ich mit den meisten dieser Geräte und Games aufgewachsen bin. Sie sind also für mich nicht nur irgendwelches Retro-Games und -Computer – sie sind Teil meiner eigenen persönlichen Computer-History.
Aber dieses Jahr konnte ich irgendwie nicht richtig warm werden, mit der Retro-Zone.
Ich empfand sie als einfach zu groß und zu unübersichtlich. Außerdem kannte ich praktisch alle Ausstellungsstücke schon. Entweder von den gamescoms der letzten Jahren oder im “Original” zu ihrer Zeit.
Dazu kamen die ganzen Retro-Homebrew-Projekten, wo Entwickler versuchen “alte” Games mit neuen Inhalten wieder aufleben zu lassen, wie z.B. im Falle eines “Turrican”- Remake.
Aber das was mein Gehirn am meisten aus der Phase bringt, ist die Vorstellung, dass jetzt auch N64; Gamecube; PS1 und die erste Xbox als “Retro” gelten – *Kopfschüttel* – Retro ist nur das was kleiner gleich 8 Bit ist – PUNKT!!!
Eine meiner kleinen Traditionen auf der gamescom ist es an einem Arcade-Automaten Donkey Kong zu spielen. Da ich vor über 35 Jahren das Game sehr(!) ausgiebig gezockt habe, haben sich einige Tricks und Rhythmen wohl so tief in meine Unterbewusstsein gebrannt, das ich normalerweise sehr weit komme in dem Game. Aber nicht dieses Mal, denn die hatten hier die US Version aufgebaut und da funktionieren diese Sachen leider nicht. Das Ergebnis war, dass ich mich furchtbar blamiert habe – ich hatte es gerade so bis zum zweiten Level geschafft. Aber das positive – ich war immer noch besser als die ganzen Opfer-Zocker und Blagen, welche vor mir Donkey Kong gezockt haben.

Shut Up and Take my money:
Der gefährlichste Bereich für Geldbörsen und Kreditkarten sind normalerweise die Shut Up and Take my money Halle(n). Aber auch hier dieses Jahr fast nur Enttäuschungen. Besonders extrem der schon erwähnte Merchandising-Stand von Blizzard – Fast keine WoW-Produkte, dafür Overwatch-Sachen ohne Ende. Allgemein hielten sich die Merchandising Produkte, aus meiner Sicht, dieses Jahr sehr in Grenzen. Klar, waren einige interessante Sachen dabei, aber entweder zu teuer oder zu schlechte Qualität (besonders bei T-Shirts) oder nicht mein Sammelgebiet (z.B.: Ryofu Housen & Harley Quinn).
Außerdem gab es auch hier wieder das Problem der zu engen Gänge und das es einfach viel zu voll war. Somit war eine vernünftiges schauen an den Ständen oft einfach nicht möglich.
Aber einen großen Vorteil hatte das Ganze doch noch: Meine Geldbörse und Kreditkarten wurden verschont.

Cosplay Village / Cosplayer:
Gamescom 2018 - 067Wie schon erwähnt war einer der Hauptgründe warum ich sonst immer sehr gerne zur gamescom gefahren bin, die Cosplayer. Seit beginn der gamescom waren immer viele und sehr gute da. So war es eine gute Gelegenheit sie zu photographieren. Dank dem Cosplay Village in den letzten Jahre musste man auch nicht so viel rumlaufen, sondern konnte sie fast alle an einer Stelle antreffen und ansprechen. Das Cosplay Village war trotzdem weitläufig und offen genug für gute Photos mit gutem und ruhigen Hintergrund.
So kannte ich es noch vor 2 Jahren ….
2018 aber ist das Cosplay Village in meinen Augen eine einzige Enttäuschung.
Zum einen ist es viel zu klein, bezüglich der Fläche und auch von der Anzahl der Ausstellern. Dazu kommt noch das der gesamte Aufbau, nach meinem empfinden, sehr schlecht geplant ist.
Der Grundriss entspricht grob einer Box nur mit vier Durchgängen in der Mitte der Seiten. Die langen Stellwände in den In den Ecken waren nach außen hin “nur” mit Bildern “verziehrt”. An den innenseiten der Ecken waren dann die Stände der Künstler, Cosplayer, die Photozone und die Cosplay Bühne.
Dieser Aufbau sorgte für folgende Effekte, erstens nach außen entstand der Eindruck eines abgeschlossen Bereiches – so als ob das Cosplay Village nichts mit der gamescom zu tun hätte. Durch diesen Abgeschlossenheit und da die Gesamtfläche kleiner war als noch vor zwei Jahren, wurde es im inneren schnell sehr voll und eng. Zum Beispiel im Bereich wo die (wenigen) Künstler und Cosplayer ihre Stände hatten, war der Durchgang so eng, dass sobald da jemand stand um mit den Ausstellern zu fachsimpeln, der Gang praktisch dicht war. Hinzu kam dann noch, die zu wenigen Sitzplätze (früher waren es deutlich mehr) vor der Cosplay-Bühne verstärkt. So dass bei Shows die Leute in den Gängen stehen mussten, wodurch alles noch enger und voller wurde.
Dadurch, dass hier jetzt alles so eng und verbaut war und es auch praktisch keine freien Wände gab, war es natürlich auch nur schwer möglich Cosplayer vernünftig zu photographieren.
Die einzigen Möglichkeiten waren entweder mitten in der Menge, inkl. angerempelt werden, Leute die durchs Bild laufen und vor einem sehr unruhigem Hintergrund. Gerade von letzterem wollte ich künstlerisch eigentlich ja wegkommen. Oder ich muste versuchen die Models erstmal durch die Massen aus dieser “Box” heraus zu führen, um dann die Cosplayer außerhalb zu photographieren. Da ich beide Methoden als unbefriedigend empfand sind nur wenige Cosplay-Photos im Cosplay Village entstanden.
Auch in den anderen Hallen waren die Möglichkeiten Cosplayer zu photographieren nicht wirklich besser. Hauptsächlich wegen – wie schon mehrfach gesagt – es war einfach zu voll. Zusätzlich zu den Problemen im Cosplay Village, muss man in den anderen überfüllten Hallen, das Cosplay-Model erst einmal finden und dann erreichen zum ansprechen, bevor man überhaupt ans photographieren denken kann.
Früher hat mir das alles weniger aus gemacht, aber heutzutage sind meine Ansprüche an meine Photos gestiegen, vor allem was z.B. einen guten Hintergrund angeht. Besser kein Photos, als ein schlechtes.
Somit sind dieses Jahr nur wenige Photos von Cosplayern entstanden.
Also auch Cosplay und Cosplay-Photo mäßig war die gamescom 2018 für mich ein Reinfall.

 

Fazit:
Nach zwei Jahren Pause wieder mal zur gamescom … Ich hätte besser zur FACTS nach Belgien fahren sollen!
Das ist in einem Satz mein Fazit zur gamescom 2018!!
Seit 2014 war das Verhältnis zwischen Aufwand (Stress, Zeit, Geld) und Nutzen (Photos, Spaß, Atmosphäre) und damit der Hauptgrund für meine Besuche schon sehr dünn. Aber dieses Jahr ist es jetzt endgültig gekippt.
Die Gründe hierfür habe ich oben ausführlich genug beschrieben, aber hier nochmal die Kurzform:
– Es war einfach viel zu voll.
– Zu viel Mainstream (Leute und Games).
– Nur noch Opferzocker – fast keine echten Nerds mehr.
– Es wird keine Rücksicht genommen (kenne ich von anderen Cons halt anders) .
– Fast keine guten Stände (Aufbau, Deko, Show, etc.).
– Zu wenig Cosplayer.
– Fast keine Möglichkeit Cosplayer gut zu photographieren.
– Allgemein zu wenig gute Photo-Motive.
– Zu viel Overwatch und zu wenig WoW.
– Die Sache mit dem gamescom-Merchandising.
– Cyberpunk 2077 nur hinter verschlossen Türen.
– Für das was es mir gebracht hat, war der Tag finanziell einfach zu teuer (Eintritt, Essen, trinken, DB, etc.)
– Für das was es mir gebracht hat, war der Tag einfach zu Stressig.

Somit markiert die gamescom 2018 für mich das Ende einer Era.
Es war eine schöne Zeit, aber jede noch so gute Zeit geht mal zu Ende.
Leider ist dies ein Trend, den ich bei allen alteingesessen Cons in Deutschland seit einiger Zeit beobachte: SPIEL, RPC 2019, etc.
Also werde ich mich wohl nach neuen Events umschauen müssen … aber nicht in Deutschland!

In diesem Sinne:
R.I.P. gamescom

BTW:
“Inspiriert” durch den Besuch auf gamescom, werde ich auf absehbare Zeit auch noch einen Blog über “Computergames in der Gesellschaft – Then and Now” schreiben.

Kategorien: Cons, Cosplay, Games, Journalismus, Life, MMORPG, RPG | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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