Rangers lead the way!
All the way!
Netflix’ Film War Machine war bei mir zunächst komplett unter dem Radar. Erst durch Kommentare auf Facebook bin ich überhaupt darauf aufmerksam geworden – interessanterweise ausgerechnet in BattleTech-Foren, in denen der „Roboter“ des Films mit den Mechs aus BattleTech verglichen wurde. Wobei man fairerweise sagen muss: Es ist eben kein Mech. Schon nach dem Trailer hatte ich ohnehin deutlich stärkere Horizon Zero Dawn-Vibes, vor allem vom Design her – besonders in Richtung Deathbringer.
Inzwischen habe ich den Film endlich komplett gesehen, und mein Eindruck ist etwas gemischt.
Unterm Strich ist War Machine für mich ein guter Film – auf jeden Fall besser als vieles, was sonst aktuell im Kino oder auf den Streaming-Plattformen läuft. Er hat einige echte Stärken, aber leider auch ein paar deutliche Schwächen, die ihn daran hindern, ganz oben mitzuspielen.
Was der Film gut macht
Die Grundidee funktioniert. Auch die übergeordnete Story ist solide, und das allgemeine Pacing passt größtenteils. Der Film weiß über weite Strecken, was er sein will, und schafft es, Spannung aufzubauen, ohne sich komplett in Leerlauf zu verlieren.
Gut gefallen hat mir auch, wie die UFO- beziehungsweise Hintergrundinfos nebenbei über News-Einblendungen eingestreut werden. Das ist eine clevere Lösung, weil der Film dadurch nicht alles in sperrigen Expositionsdialogen erklären muss. Die Welt wirkt dadurch größer, ohne dass ständig jemand dem Zuschauer alles vorkauen muss.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Protagonist. Dass hier kein klassischer Actionheld im Mittelpunkt steht, sondern ein Kampfingenieur beziehungsweise Pionier aus einem Combat Sustainment Support Battalion, finde ich erfrischend. Genau das gibt dem Film etwas Eigenes. Er siegt nicht einfach, weil er härter, schneller oder cooler ist als alle anderen, sondern weil er Wissen, praktische Fähigkeiten und Improvisation mitbringt. Das ist eine der stärksten Ideen des Films – und eigentlich auch der Kern dessen, was ihn interessant macht.
Wo der Film schwächelt
Die Ausbildung zu Beginn fand ich etwas zu langgezogen. Ich verstehe schon, warum dieser Abschnitt so viel Raum bekommt: Charakteraufbau, Bindung an die Figuren, Entwicklung des späteren Heldenbogens. Trotzdem hätte hier deutlich gestrafft werden können. Gefühlt hätte auch die Hälfte gereicht, ohne dass dem Film dabei Substanz verloren gegangen wäre.
Dann gibt es die üblichen Logik- und Glaubwürdigkeitsprobleme, wie man sie aus vielen Filmen kennt. Das Beispiel mit der M2-Munition ist dafür typisch: Zwei Boxen mit je 100 Schuss .50 BMG reichen nun einmal keine Ewigkeit. Solche Dinge reißen einen aus der Szene, wenn man auch nur ein bisschen auf technische Details achtet.
Ähnlich ist es bei der Verwundbarkeit des Roboters. Dass man die Kühlung mit Kieselsteinen blockieren kann, ist zwar als Idee zunächst originell, wirkt in der konkreten Umsetzung aber schon sehr konstruiert. Da merkt man dem Film an, dass er zum gewünschten Finale kommen will – auch wenn der Weg dorthin nicht ganz überzeugt.
Dazu kommt, dass sich der Film tonal und inhaltlich sehr stark aus bekannten Vorbildern bedient. Erst hat das Ganze etwas von Full Metal Jacket, dann kommen deutliche Predator-Anleihen, später noch mehr Predator, der Endkampf fühlt sich wie Aliens and und der Pep Talk ist wie aus Independence Day. Das ist nicht automatisch schlecht, aber der Film bewegt sich dadurch oft dicht an der Grenze zwischen Hommage und Versatzstück-Sammlung.
Das größte Problem: das Finale
Am meisten schwächelt der Film für mich im Endkampf. Genau dort, wo er eigentlich noch einmal alles abrufen müsste, wird er am unglaubwürdigsten. Besonders der Moment, in dem der Bulldozer den Roboter trotz seiner Triebwerke in Position hält, hat für mich nicht funktioniert. Spätestens da kippt das Ganze zu sehr ins reine „Das muss jetzt halt so sein“.
Und das ist schade, weil der Film vorher genug gute Ansätze aufbaut. Gerade weil der Held seine technischen und praktischen Fähigkeiten einsetzt, hätte das Finale stärker von cleverer Problemlösung leben können statt von zunehmend fragwürdiger Action-Logik.
Fazit
War Machine hat eine gute Grundidee, einen sympathisch untypischen Helden und einige starke Ansätze im Worldbuilding. Vor allem gefällt mir, dass nicht der klassische Super-Soldat im Zentrum steht, sondern jemand, der mit technischem Verständnis, Ausbildung und Improvisation arbeitet. Genau das hebt den Film von vielen anderen Genre-Beiträgen ab.
Leider verliert er gerade gegen Ende an Glaubwürdigkeit und verschenkt im Finale einiges von dem, was vorher aufgebaut wurde. Dadurch bleibt am Ende ein Film, der klar unterhaltsam und insgesamt gut ist, aber eben nicht ganz das Niveau erreicht, das zeitweise möglich gewesen wäre.
Für mich landet War Machine deshalb insgesamt bei Tier A. Mit einem stärkeren und überzeugenderen Endkampf wäre durchaus Tier S drin gewesen.












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