Nerf – Edo Steampunk Revolver

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Im Jahre 1854 landete Commodore Matthew Perry mit acht US-Kriegsschiffen in der Bucht von Edo, um um eine Öffnung der japanischen Häfen zu ersuchen. Als der Shōgun dies ablehnte, namen die “schwarzen Schiffe” den Hafen von Uraga unter Beschuss.
Dieser kriegerische Act sorgte dafür, dass sich die japanischen Fürstentümer unter dem Banner des Tokugawa Shogunat vereinigten.
Unter großen Verlusten gelang es den Truppen des Shogunat das Amerikanische Expedition Corps zurückzuschlagen und deren Schiffe zu erobern.
Die so erbeutet Dampf- und Waffen-Technologien, sorgte für einen wirtschaftlichen und militärischen Aufschwung, welcher die Macht des Shogunat weiter festigte.
Ebenso war dieses Ereignis der Anfang eines politisch und militärischen Prozesses, 
welche des Japanische Kaiserreich zur beherrschenden Steampunk-Macht in Ostasien machte.  
Zu Ehren des ersten Jahrestages des Sieges über die  Invasoren wurde feierlich der erste Perkussionsrevolver aus japanischer Entwicklung und Fertigung an Shōgun Tokugawa Iesada übergeben ….
                Encyclopædia Britannica – 10th Edition (1901)

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Jeder gute Nerf-Modd sollte zwei Origin Stories haben, eine fiktive und eine reale. Nach der Fiktiven hier nun die reale Entstehungsgeschichte des Umbauprojektes “Edo Steampunk Revolver” ….

Grundidee:
0230Die meisten Steampunker platzieren ihre Projekte in der europäischen Steampunk-Welt, z.B. Britsch-Viktorianisch oder Preußisch-Biedermeier. Hin und wieder sieht man noch was á la Wild-Wild-West oder ganzen selten (bis jetzt nur einmal Live gesehen) was Indisch inspiriertes. 
Aber was ist mit dem Rest der Welt?
Auch wenn man davon ausgeht das Viktorianisch Britannien die Welt-beherrschende Supermacht ist, werden auch andere Länder und Völker ihre ganz eigenen Schlüsse und Gewinne aus der Steam-Industriellen-Revolution gezogen haben und diese in ihre Kulturellen Eigenheiten und Weltanschauungen einfließen lassen.

Diese Überlegungen brachten mich auf das oben beschriebene What-If-Szenario und so entstand die Idee für einen Steampunk Revolver in japanischen Shōgun-Still der Edo-Epoche.

Design:
Um den japanischen Edo-Style gut und eindeutig erkennbar rüber zubringen, habe ich mich für folgenden Haupt-Design-Elemente entscheiden.
0269– Den Griff im Tsukamaki-Style (Schwertwicklung),
– Den Nerf-Body im schwarz Urushi-Style (Lackarbeiten)
– Als Verzierung ein goldenes Tokugawa-Mon
Um die Lackarbeiten besonders gut zur Geltung zu bringen suchte ich eine Nerf mit großen glatten Oberflächen. Da boten sich besonders die Modell der Rebelle Reihe an. Da es ein Revolver werden kam die Sweet Revenge bzw. Spylight in die engere Auswahl. Durch Zufall fand ich letztere auf einem Flohmarkt und somit stand also die Basis Nerf fest.

Umsetzung:
Der erste Schritt war wie immer das auseinandernehmen der Nerf. Weiter ging es mit dem Abschleifen der Logos, zum Glück sind es bei der Rebelle Reihe nicht so viele wie bei einer Standard Nerf. Auch den Haken am Schlittens habe ich abgesägt und die Öffung mit Revell Greenstuff verschlossen und angegleicht  .
Da ich diesmal glatte Oberflächen haben will, habe ich die groben Schleifstellen ebenfalls mit Revell Greenstuff nachgearbeitet.
Zum Abschluss dann noch mal alles fein nachgeschliffen.
Für die Grundierung habe Vallejo Grundierung genommen und mit einem weichen Pinsel aufgetragen.
Mit Revell und Vallejo Farben ging es dann an die Lackierung der einzelnen Teile, entsprechend der Materialien. Bronze (Revel) für die Halterung der Trommel und den Abzug. Messing/Gold (Vallejo) für die Trommel und die Tactical-Rail. Gunmetal (Vallejo) für das Schlittenlager. Holzlook (Vallejo) für den Schlitten und den Griff. Den eigentlichen Körper dann in schwarz (Vallejo).
Den vorderen Bereich der Trommel habe ich mit schwarzer Farbe in drypaint Technik bearbeitet, um den Effekt von Schmauchspuren zu bekommen.
Die goldenen Tokugawa-Mons auf beiden Seiten sind auf Papier-Klebefolie gedruckt, ausgeschnitten und aufgeklebt. Mit Hilfe von kleinen Einschnitten habe ich die Spannung raus genommen, um den Aufkleber an die Wölbung anzupassen.
Die Kanten habe ich dann noch mit Messing/Gold (Vallejo) Farbe nachgezogen, um so einen akzeptablen Übergang zu bekommen.
Auf der Trommel habe ich noch goldfarbenen Zieraufklebern angebracht.
Mit matten Klarlack (Revell) habe ich die Holzteile bemalt und mit glänzendem die Metall Teile. Um für den schwarzen “Körper” den gewünschten Urushi-Style (Lackarbeiten) Effekt zu bekommen, habe ich ihn mit mehreren Schichten (über 10) glänzendem Klarlack bemalt. Wegen des Aufklebers war ein anschleifen/polieren zwischen den Lackschichten leider nicht möglich.
Eine originale Tsukamaki-Wicklung war, aufgrund der Griffform, leider nicht möglich bzw wäre viel zu aufwendig gewesen. Deswegen entschied ich mich für eine pseudo Tsukamaki look-a-like Wicklung. Diese wurde mit doppelseitigem Klebeband fixiert und mit matten Klarlack über lackiert.

Nacharbeiten: 
Passend zum Thema wird jetzt noch ein Ständer und eine Transport-Box gebaut.

Der fertige Steampunk Revolver in japanischen Shōgun-Still der Edo-Epoche:

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