Gamescom 2016 – ein Opfer des blinden Aktionismus

Seit 2009 war ich jedes Jahr auf der Gamescom, ich habe mich mit vollen Straßen, teuren Parkplätzen oder Zügen, überfüllten Hallen, dem Wegfall der Dauerkarten etc. abgefunden und arrangiert. Denn was die dichte und Qualität der Cosplayer angeht gibt es in Deutschland ( noch ) nichts Vergleichbares. Und für diese Photos mache ich mir gerne den Stress und gebe gerne das Geld aus.

Und genau darauf habe ich mich auch dieses Jahr wieder gefreut. Aber nach dem ich gestern die neuen Sicherheitsrichtlinien gelesen habe, hat sich meine Laune extrem verschlechtert.
Gamescom_2016_02

Das sie jetzt die Taschenkontrollen verstärken, ok. war zu erwarten. Aber bitte dann auch mit viel mehr Personal. Auch die Empfehlung keine Rucksäcke mitzunehmen um die Kontrollen zu beschleunigen, vollkommen in Ordnung, ich reise sowieso immer mit leichtem Gepäck.
Obwohl ich sagen muss das ich die Menge und die Aufmerksamkeit der Security auf der GC immer schon als in Ordnung empfunden habe. z.B. letztes Jahr bei der unbeaufsichtigten Tasche auf dem Cosplay-WC.

Aber die extreme Verschärfung der Cosplayregeln ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Also ob ein Amokläufer/Terrorist im Cosplay mit einer echten Waffe auf die Gamescom gehen würde, so clever sind die nicht, außerdem würde er jetzt sowieso keine Karte mehr bekommen. Und in der Wartezone oder im Zug oder auf dem Bahnsteig wäre doch viel effektiver …
Die alten Cosplayregeln waren OK, auch wenn sie an einigen Stellen etwas schwammig waren, z.B. bezüglich NERFs. Warum nicht diese Regeln konsequent nutzen, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Auch weil sich diese Regeln auf vielen Cons, auch international, bewehrt haben.
Wie schon einige Cosplayer geschrieben haben, ist das Cosplay-Village eine der Attraktionen der Gamescom, für Cosplayer, Photographen und auch für viele normale Besucher.
Wenn das jetzt weg fällt, werden viele Cosplayfans nicht mehr kommen, wenn die weg bleiben wird es auch für viele “Japan”-Händler uninteressant werden. Klar, diese “Verluste” werden durch mehr Zocker wieder ausgeglichen. Aber geht es der GC-Orga wirklich nur um Besucherzahlen und nicht um Qualität und Vielfalt?
Und bezüglich der Walking Acts-Regelung, BonnAir, wollt Ihr wirklich Eure ganze Ausrüstung 5 Tage lang unbeaufsichtigt auf dem Gelände lassen?

Die Vorstellung einer Gamescom ohne Cospalyer bzw. mit Cosplayern mit halben Kostümen ist für mich ein Schreckenszenario. Vor allem, weil sie, von Anfang an, der Hauptgrund für mich waren und sind, dort hin zu fahren. Also wenn es sich jetzt abzeichnet das weniger Cosplayer in guten Kostümen kommen werden, gibt es für mich keinen Grund mehr das ich mir den Stress und die Ausgaben antue. Dann nutze ich das Geld lieber um öfter auf Cons in NL, B oder GB zugehen. Vielleicht sollte ich langsam planen nur noch auf Cons im Ausland zu gehen, denn da achtet man auf eine bessere Verhältnismäßigkeit zwischen Sicherheit und Behinderung/Einschränkungen s.h. SpringFACTS in Belgien, außerdem werden Cosplayer dort auch mehr respektiert und anerkannt als in Deutschland.
Sollte die Gamescom-Orga nicht bis zum 09.08. die Cosplayrichtlinien grundsätzlich überarbeiten, werde ich dieses Jahr nicht da hinfahren. Ist zwar schade, aber, wie schon erwähnt, so wie es jetzt aussieht passt das Verhältnis von Aufwand(Stress/Geld) und Nutzen(Photos) für mich dann nicht mehr ….
Das sind meine two Cents zur Situation der Gamescom im Jahre 2016. Möge der Shitstorm beginnen.

Kategorien: Cons, Cosplay, Games, Life, RPG | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Gamescom 2016 – ein Opfer des blinden Aktionismus

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