Triggerwarnung – weil so etwas heute ja offenbar sein muss
Meine RAW, ungefilterte Meinung über diesen „Film“ wird für einige mit Sicherheit „etwas kontrovers“ ausfallen. Vor allem die treuen Maus-Jünger, Franchise-Verwalter-Verteidiger und „Hauptsache irgendwas mit Star Wars“-Apologeten werden vermutlich Schnappatmung bekommen, ihr Grogu-Plüschie umklammern und reflexartig erklären, dass man das alles doch gar nicht so ernst nehmen dürfe.
Doch. Darf man. Muss man sogar.
Denn wenn ein Studio 50 Jahre Fan-Liebe nimmt, sie durch einen Algorithmus jagt, mit Merchandise-Absicht bepinselt und dann als „Film“ serviert, darf man genau das laut sagen.
Also sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Was jetzt kommt, ist keine diplomatische Rezension. Das ist eine wütende Bestandsaufnahme aus den rauchenden Trümmern eines Franchises, das früher einmal Magie war und heute offenbar von Leuten verwaltet wird, die Star Wars für eine Excel-Tabelle mit Lichtschwertern halten.
Einleitung:
Erst einmal ein wichtiges Vorwort, bevor wieder irgendjemand aus der Disney-Apologeten-Ecke gekrochen kommt und mir erklären will, ich hätte Star Wars nie verstanden:
Ich bin Star-Wars-Fan. Nicht „ich habe mal Baby-Yoda-Memes geteilt“-Fan. Nicht „ich kenne Darth Vader aus Fortnite“-Fan.
Ich bin ein OG-Star-Wars-Fan!
Seit dem 10. Februar 1978, dem Deutschlandstart von Episode IV!
Da war Star Wars noch Magie, Mythos, was für die Nerds/Geeks und nicht nur ein Content-Steinbruch für Streaming-Abos, LEGO-Sets und seelenlose Nostalgie-Reflexe.
Ich hatte als Kind tonnenweise Merchandise – und heute erst recht. Figuren (Ich hatte(!) den Vinyl-Jawa !) , Modelle, Bücher, Spiele, Sammlerkram. Ich habe diesen Wahnsinn nicht nebenbei konsumiert, ich habe ihn gelebt. Mit Haut, Haaren und einem Geldbeutel, der sich über Jahrzehnte wahrscheinlich mehrfach bei mir beschwert hätte, wenn Geldbeutel sprechen könnten – heute drückt man stattdessen einfach den Anruf der Bank weg.
Für mich ist The Empire Strikes Back einer der besten SF-Filme aller Zeiten. Nicht „ganz nett“, nicht „für damals okay“, sondern ein Meilenstein. Atmosphäre, Figuren, Dialoge, Musik, Spannung, Mythos – alles sitzt. So baut man eine Welt aus. So erweitert man ein Universum, ohne ihm gleichzeitig mit einem Vorschlaghammer die Kniescheiben zu zertrümmern.
Ich habe die dunkle Zeit zwischen 1983 und 1997 überlebt. Die Zeit, in der man sich an Romanen, Comics, Rollenspielbüchern und vagen Gerüchten festklammerte wie ein Jawa an ein frisch geklautes Ersatzteil.
Ich habe Jar Jar überlebt. Ja, wirklich. Ich habe diesen digitalen Schlaganfall auf zwei Beinen überstanden und mir trotzdem eingeredet: Okay, Star Wars lebt noch. Irgendwo. Unter sehr viel CGI-Gummi und peinlichem Slapstick, aber es lebt.
Episode II und III halte ich sogar für gar nicht mal so schlecht. Nicht perfekt, bei weitem nicht. Aber da steckt wenigstens noch eine Vision dahinter. Eine schräge, manchmal unbeholfene, manchmal unfreiwillig komische Vision – aber eben eine Vision. Und das ist heute offenbar schon ein Luxusgut.
Dann kam die wahre dunkle Zeit: Disney.
Nach Episode VII dachte ich noch: Okay, sehr feige, sehr viel Copy-Paste, aber vielleicht bauen sie darauf ja etwas auf. Vielleicht war das nur der sichere Neustart. Vielleicht kommt jetzt noch Substanz.
Dann kam Episode VIII und trat gegen den Baukasten.
Dann kam Episode IX, zündete den Baukasten an, warf ihn in einen Schacht und rief von oben: „Somehow Palpatine returned.“
Damit war Star Wars für mich tot. Nicht verletzt. Nicht angeschlagen. Tot. Klinisch tot. Mit Mickey-Mouse-Ohren auf dem Totenschein.
Vor vier Wochen kam dann „Maul: Shadow Lord“, und ich dachte tatsächlich: Oh. Könnten sie sich nach dem Rauswurf von KK vielleicht doch noch gefangen haben? Gibt es da irgendwo noch einen Funken Hoffnung? Hat irgendjemand bei Lucasfilm vielleicht doch wieder heimlich ein Gehirn eingeschaltet?
Und dann habe ich jetzt dieses Trainwreck gesehen.
Dieses Ding. Dieses filmische Wrackteil. Diese mit Fanservice lackierte Beleidigung für jeden, der länger als fünf Minuten über Logik, Figuren oder Star Wars nachdenkt.
Star Wars ist tot – begraben in einer kleinen, viel zu kurzen Erdhütte auf Nal Hutta. Ohne Jedi-Begräbnis, ohne Machtgeist, ohne Binary Sunset. Nur eine Puppe – deren Grunddesign auf den großen Jim Henson zurückgeht – steht daneben und merkt wahrscheinlich nicht einmal, dass sie gerade dabei zusieht, wie das Franchise endgültig unter die Erde geschoben wird.
Wer keine Spoiler will, sollte jetzt aufhören zu lesen.
An alle anderen: Es wird „messy, very messy.“
Der „Film“
Wie mache ich es am besten? Okay, ich gebe einfach meine Gedanken während des Films wieder – RAW, ungefiltert und mit dem Restvertrauen eines Star-Wars-Fans, der schon viel zu oft ins offene Lichtschwert gelaufen ist:
Cold Opening:
Wie stellt man Gegner so blöd und unfähig wie möglich dar? Genau so.
Sollten AT-ATs nicht Sensoren haben, die merken, wenn ein Fuß Probleme macht, bevor das Ding wie ein besoffener Metall-Elefant in die Landschaft kippt?
Grogu macht den Comic Relief – was sonst? Natürlich. Etwas, das noch öfter kommen wird, weil offenbar irgendjemand bei Disney glaubt, „niedlich“ sei ein Ersatz für Dramaturgie.
Sollte er nicht ein mächtiger Jedi sein? Wieso hat er nicht einfach die Bomben rausgeworfen?
Mehr Plot Armor geht kaum noch, außer man gießt den Drehbuchseiten direkt Beskar über.
Und wieso erschießt er den Trooper nicht sofort, sondern erst mit dem Walker?
Zeb Orrelios to the rescue – möge der Fanservice beginnen. Oder besser: Möge der Fanservice alles ersticken, was eventuell mal wie eine Handlung aussah.
BTW: Jeder Gen-Zer, der Rambo blöd findet, aber gut findet, wie Mando hier kämpft, gehört ins Asylum. Nicht als Strafe, sondern zur filmhistorischen Grundversorgung.
Titelcard nach zehn Minuten – und ich will jetzt schon mein Geld zurück. Nicht anteilig. Komplett. Mit Schmerzensgeld und Entschuldigungsschreiben auf Disney-Briefpapier.
Wieso haben die eigentlich das „schöne“ pulp-artige Logo weggelassen? Das war doch das Beste an den Trailern und Postern. Wenn schon die Story aussieht wie aus der Restekiste, hätte man wenigstens das Logo als Rettungsring behalten können.
Mal etwas Positives: Die Titelmusik klingt gar nicht so schlecht. Wirklich. Aber die Bilder dazu haben den Charme eines billigen Kriegsfilms aus den 60ern, nur ohne dessen Ehrlichkeit, Dreck und Seele. Also im Grunde Nostalgie-Cosplay mit Renderfarm.
Braucht Sigourney Weaver nach dem Avatar3-Flop und nachdem aus Neill Blomkamps Alien nichts geworden ist, etwa Geld? Anders kann ich mir das kaum erklären. Oder sie hat das Drehbuch nur bis zur ersten Seite gelesen und dann gedacht: „Ach, wird schon Star Wars sein.“ Spoiler: wurde es nicht.
Oh, die Razor Crest ist wieder da – mit neuem Paint Job. Natürlich. Gleich neue Toys, siehe LEGO. Die Szene riecht so stark nach Merchandise-Meeting, dass man fast den Plastikgeruch frischer Sets aus dem Bildschirm kommen spürt.
Zeb ist jetzt offiziell Copilot. Warum? Weil Rebels-Fans bitte auch ihren Leckerli-Moment bekommen müssen. Inhaltliche Notwendigkeit? Egal. Erkennungswert schlägt Logik. Wieder mal.
Die Hutt-Zwillinge – Fanservice für The Book of Boba Fett, damit sich jeder diese Serie auch noch einmal anschaut. Als ob das irgendjemand freiwillig zweimal tun sollte, ohne vorher schriftlich seine Zurechnungsfähigkeit prüfen zu lassen.
Rotta the Hutt – noch mehr Fanservice, diesmal für The Clone Wars. Natürlich inklusive Kinderbild, damit es auch wirklich der letzte Zuschauer im hintersten Rang versteht. Subtilität? Wurde vermutlich zusammen mit dem zweiten Drehbuchentwurf entsorgt.
Dass er mit jetzt circa 30 anders aussieht: egal. Kontinuität ist in diesem Film offenbar nur ein unverbindlicher Serviervorschlag.
Willkommen auf Blade-Runner-World. Oder genauer: Willkommen in der Kulisse, die aussieht, als hätte jemand „Blade Runner, aber Star Wars und bitte schnell“ in eine KI geworfen und danach vergessen, das Ergebnis zu überprüfen.
Braucht Martin Scorsese auch Geld? Oder warum fühlt sich das plötzlich an, als hätte jemand zehn Filmreferenzen in einen Mixer geworfen und danach behauptet, das sei Weltaufbau?
Sollte Rotta nicht eigentlich einen Huttese-Akzent haben? Oder wenigstens irgendeine sprachliche Eigenheit, die sagt: „Ich bin ein Hutt“ und nicht: „Ich bin Nebenfigur Nummer 47 aus einem Streaming-Pilotfilm“?
Ja, ja: Aus dem Schatten des Vaters treten. Irgendwie muss man ihn ja zum Helden machen. Nur schade, dass „Held“ hier offenbar bedeutet: Er existiert, bekommt Dialog und das Drehbuch schaut dabei sehr bedeutungsvoll in die Kamera.
Kurze Bar-Schlägerei – Mando ist natürlich OP ohne Ende. Bis das Drehbuch ihn später wieder dumm braucht, dann funktioniert plötzlich nichts mehr. Schrödingers Mandalorianer: gleichzeitig Elite-Krieger und wandelnde Cutscene-Verzögerung.
Was nützt ein Vollhelm ohne Filter? Ernsthaft. Wozu dieser ganze Helm-Fetisch, wenn am Ende trotzdem jeder Plot-Nebel und jedes Script-Gas durchkommt?
Kampf zwischen späteren Freunden – hatten wir das nicht schon bei Solo? Und dort war es schon nicht gerade Shakespeare mit Blaster.
Wieso hat der Boden in der Arena das gleiche Muster wie das Dejarik-Board im Falcon?
Wieso sind das die gleichen Alien-Rassen wie bei Dejarik?
Wieso macht das Alien den gleichen Über-Kopf-Wurf, mit dem R2-D2 gewinnt?
Und diese Art von Arenaturnier heißt auch noch Dejarik. Fanservice overflow. Nicht mehr Augenzwinkern, sondern Nostalgie mit Presslufthammer.
BTW: Wo sind Grogus Macht-Tricks zur Rettung? Aus dem Käfig heraus hätte er doch bestimmt ein paar Aliens würgen können. Oder wenigstens irgendwas Sinnvolles tun, außer Merchandise-tauglich besorgt zu gucken.
Schwerter, Äxte – wo sind Blut und Guts? Oh ja, PG-13. Wir wollen natürlich brutale Gladiatorenkämpfe zeigen, aber bitte so sauber, dass man direkt danach noch Happy-Meal-Werbung schalten kann.
Wer hat die Elektronik der Arena gemacht – Homer Simpson? Ein Kurzschluss, alles fällt aus. Springfield Power Plant, aber mit mehr Aliens.
Wieso hat der Kinderwagen Controls für das Kind? Wer baut so etwas? Wer nimmt das ab? Wer sitzt im Design-Meeting und sagt: „Ja, das Baby braucht definitiv Zugriff auf Steuerfunktionen“?
Tantantam – Plot Twist. Oder das, was dieser Film dafür hält.
Arme Stormtrooper – wieder mal. Kanonenfutter mit Helm und ohne Würde.
Es wäre besser gewesen, wenn Grogu, wieder im Comic-Relief-Mode, zufällig einen der Schweber der Trooper getroffen hätte. Dann hätte die Szene wenigstens sinnvoll dumm funktioniert, statt so halbgar dramatisch zu tun.
Feige Republic-Politik halt. Demokratie als Ausrede für Untätigkeit. Auch schön: In Star Wars wiederholt sich Geschichte offenbar nicht nur, sie stolpert mit Ansage in dieselbe offene Falltür.
Für einen Mandalorianer lässt er sich aber immer wieder erstaunlich leicht überwältigen. Vielleicht sollte er weniger an seinem Mythos polieren und mehr an seinem Situationsbewusstsein arbeiten.
Grogu zur Rettung mit diesen kleinen … Dingern. Was auch immer das wieder sein sollte. Vermutlich schon als Plüschtier in Planung.
Wieso sehen große CGI-Aliens gut aus und kleine immer wie Puppen? Es ist 2026. Warum sieht manches aus wie Premium-ILM und anderes wie aus einem Freizeitpark-Werbefilm von 1998?
Helm ab – wahrscheinlich die einzige Szene, die Pedro wirklich selbst gedreht hat. Kurz Gesicht zeigen, Vertrag erfüllen, zurück in die Synchronkabine.
Meine ich nur, oder sieht die Szene mit der Dragon Snake nach McQuarrie-Art durch AI-Slop gedreht aus? Als hätte jemand Konzeptkunst durch einen Algorithmus gejagt und danach gesagt: „Passt schon, Fans nennen das Hommage.“
Grogu to the rescue I.
Last Stand, damit andere fliehen können. Klischee. Nicht einmal frisches Klischee. Aufgewärmtes Klischee aus der Kantine der Drehbuchschule.
Grogu to the rescue II.
Über 30 kg Beskar-Stahl unter Blättern – und die Sensoren der Droiden finden ihn nicht. Natürlich nicht. Sensoren funktionieren in Star Wars inzwischen nur noch, wenn der Plot gerade keine Pause macht.
Jetzt kommt der emotionale Teil – Taschentücher raus.
Der Gag mit der zu kurzen Hütte war beim ersten Mal die lustige(!) Szene des ganzen Films. Beim zweiten Mal war es Wiederholung. Beim dritten Mal Verzweiflung. Beim vierten Mal wollte ich Anzeige wegen komödiantischer Körperverletzung erstatten.
Jetzt wird er voll zu Yoda. Weil Eigenständigkeit auch völlig überbewertet ist. Warum eine Figur entwickeln, wenn man einfach den nächsten Nostalgie-Schalter umlegen kann?
Deus ex Einsiedler. Natürlich. Wenn dem Drehbuch nichts mehr einfällt, kommt jemand aus dem Teich und löst das Problem.
Wunderheilung und sofort wieder voll fit – klar. Medizinische Logik auf dem Niveau von „draufpusten und weiterkämpfen“.
Natürlich liegt das Wrack in der Nähe und fliegt noch. Warum auch nicht? In diesem Film funktionieren kaputte Dinge zuverlässiger als die Handlung.
Wieso wirkte der Anflug auf den Palast wie eine schlechte Kopie der fast derselben Szene aus Flash Gordon von 1981? Nur ohne Camp, ohne Mut und ohne den Anstand, wenigstens bewusst albern zu sein.
Natürlich sind nur Droiden als Wachen da – PG-13. Man will Action, aber bitte ohne moralische oder körperliche Konsequenzen. Gewalt als sterile Bildschirmschoner-Choreografie.
Und wieder One-Man-Army-Mode. Aber Actionhelden aus den 80ern sind toxisch. Klar. Wenn es heute jemand mit Beskar und Disney-Logo macht, ist es plötzlich Empowerment mit Helm.
Wirken nur für mich die Bewegungen der Superdroiden-Wachen wie eine billige Stop-Motion-Harryhausen-Kopie? Und nicht im charmanten Retro-Sinn, sondern im „Warum sieht das so unfertig aus?“-Sinn.
Der Mandalorianer gegen Embo – ich habe bessere Kämpfe bei Mortal Kombat: Annihilation gesehen. Und das ist kein Kompliment, das ist ein Hilferuf.
Dafür, dass Rotta solch ein Top-Kämpfer sein soll, tut er sich aber sehr schwer mit den Zwillingen.
Grogu to the rescue III – oh, jetzt kann er die Macht benutzen. Praktisch. Immer genau dann, wenn das Drehbuch eine Abkürzung braucht.
Oh – wir müssen noch einen Luftkampf einbauen. Mit Fanservice-Verweis zum Trench Run. Weil offenbar jedes Star-Wars-Produkt irgendwann zwanghaft an Episode IV lecken muss, als wäre das ein Qualitätsstempel.
Plot Twist: Die Zwillinge waren doch böse und gegen die Republic. Hätte man sich von Anfang an viele Probleme ersparen können. Aber dann hätte der Film ja kürzer sein müssen – und womit hätte man dann die ganzen Referenzen vollgestopft?
Und Grogu lernt jetzt fliegen. Natürlich. Warum auch nicht? Gebt ihm beim nächsten Mal direkt einen X-Wing, ein Spin-off und eine eigene Steuererklärung.
— The End —
Endlich. Nicht „Endlich!“ im Sinne von Erlösung durch großes Kino. Eher „Endlich“ wie nach einer Wurzelbehandlung ohne Betäubung, bei der der Zahnarzt zwischendurch ständig sagt: „Erinnern Sie sich noch an bessere Zeiten?“
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Das Ergebnis
Was für Drogen haben die Verantwortlichen genommen, um SOWAS zusammenzubauen? Nicht aus Neugier – nur damit man weiß, wovon man für den Rest seines Lebens die Finger lassen muss.
Fanservice ist ja schön und gut, wenn er in die Handlung passt. Wenn er sich organisch anfühlt. Wenn er nicht alle fünf Minuten mit der Brechstange durch die Tür kommt und ruft: „Erkennt ihr das? ERKENNT IHR DAS?“ Aber das hier ist Fanservice um des Fanservices willen. Überflüssig, aufdringlich, komplett sinnentleert – und ja, schlimmer als The Fall of Skywalker. Und das muss man erst einmal schaffen.
Die Effekte sind natürlich größtenteils klasse – ausnahmen siehe oben. Aber ganz ehrlich: Das ist bei einem AAA-Film oder einer AAA-Serie heutzutage keine Leistung mehr, sondern die absolute Mindestanforderung. Wenn die Milliarden-Maus schon keine Geschichte erzählen kann, dann sollte wenigstens das Render-Farm-Gewitter funktionieren.
Dieser ständige Wechsel zwischen „Mando ist komplett overpowered“ und „Mando verhält sich plötzlich blöd-naiv wie ein Praktikant am ersten Tag“ tut körperlich weh. Das ist kein Charakterbogen, das ist ein Stromausfall im Drehbuchraum.
Bei Grogu genau das Gleiche. Mal mächtiges Macht-Wunderkind, mal Comic-Relief mit „plong, plong“. Man merkt richtig, wie im Hintergrund jemand mit dem Merchandise-Katalog wedelt und ruft: „Mehr niedlich! Mehr Spielzeug! Mehr GIF-Momente!“
Die Grundidee der Story war ja gar nicht mal schlecht. Wirklich nicht. Da hätte man etwas draus machen können. Aber die Umsetzung? Sorry, da gebe ich mir bei den Action-Szenen in meinen Fan-Stories mehr Mühe, mehr Gedanken und sowieso auch mehr Respekt vor dem Material.
Man kann nur hoffen, dass das nur so geworden ist, weil KK noch ihre Klauen drin hatte – und dass es beim nächsten Mal besser wird, wenn Jon Favreau und Dave Filoni wirklich volle Freiheit haben. Wobei: irgendwo läuft da nicht immer noch irgendein KK-Protégé durch den Flur, mit einem Clipboard in der Hand und dem festen Willen, jede gute Idee noch rechtzeitig zu beschädigen.
Ich glaube trotzdem nicht, dass der Film so hart floppen wird, dass Star Wars stirbt, wie es damals nach Star Trek: Nemesis passiert ist. Dafür gibt es zu viele gekaufte Rezensionen, zu viele maus-hörige Fanboys und Fangirls – sorry, muss man heute ja dazusagen – und zu viele Leute, die inzwischen schon applaudieren, wenn nur irgendwo ein Lichtschwert summt.
Die würden auch jubeln und zehn Sterne vergeben, wenn Grogu und Pedro Pascal das Telefonbuch von Coruscant vorlesen würden. Das gesamte. Ungekürzt.
BTW: Wieso steht dieser „Film“ bei IMDb auf sieben Sternen? Hat da jemand die Skala falsch herum gehalten – oder wurde wieder mit Credits bezahlt?
Wo bekomme ich jetzt mein Geld zurück – und vor allem diese 2 Stunden und 5 Minuten Lebenszeit? Das Geld kann man ersetzen. Aber diese Zeit?











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