Beverly Hills 90210 in Space
Ich habe mir die ersten zwei Folgen von Star Trek: Starfleet Academy angeschaut und muss sagen: Sie ist besser als erwartet!
Aber – und das ist ein großes ABER – es fühlt sich nicht wirklich wie Star Trek an. Im Kern handelt es sich eher um eine klassische Highschool– bzw. College-Serie. Vergleichbar mit Formaten wie Beverly Hills 90210, Fame oder auch Glee. Es geht stark in diese Richtung, inklusive aller typischen Elemente und Stereotypen solcher Serien.
Zum Beispiel ein Misfit, der nur durch die persönliche Unterstützung der Rektorin, die zugleich als Mentorin fungiert, an die Academy kommt. Oder eine, die ausschließlich zu Hause unterrichtet wurde und nun in der „großen“ Welt sozial völlig überfordert ist. Foreign-Exchange-Students, Overachiever, Family Tradition Student, Love-Storys – sogar der gewalttätige Stiefvater, der die ganze Schule bedroht, fehlt nicht.
Kurz gesagt: alles Stereotypen, die man aus klassischen Highschool– bzw. College-Serien schon (zur Genüge) kennt.
Ergänzt wird das Ganze durch die Stereotypen des Lehrpersonals: Lehrkräfte, die stur nach Handbuch unterrichten, stehen solchen gegenüber, die genau das Gegenteil verkörpern – für sie sind Gefühl und Intuition wichtiger als Lehrbuchwissen. Die Rektorin wiederum bemüht sich, allen gerecht zu werden, greift aber im entscheidenden Moment doch zugunsten ihres Mentees ein.
Auch hier gilt: alles Motive, die man aus klassischen Highschool– bzw. College-Serien kennt.
Und das ist das Kern Problem: Als reine Highschool– bzw. College-Serie funktioniert sie. Und das so gar ganz gut – besser als ich er wartet habe. Aber es ist kein Star Trek!
Und als Fan seit TOS-Zeiten tut das weh. Mit minimalen Anpassungen könnte die Serie genauso gut in der jeder anderen Zeit spielen – Gegenwart, 80s, 70s, egal – der Star-Trek-Hintergrund wirkt eher wie ein aufgesetztes Setting als wie ein inhaltlich notwendiger Rahmen.
Auch die Entscheidung, nicht z.B. die Next Generation-Timeline zu nutzen, sondern die Zeitlinie nach Discovery (32nd century), hilft der Serie nicht unbedingt weiter. Statt Vertrautheit und Tiefe zu schaffen, verstärkt sie eher das Gefühl, dass hier lediglich eine bekannte Markenwelt genutzt wird, um eine ansonsten sehr konventionelle Geschichte zu erzählen. Dabei ließe sich so viel mehr Fanservice einbauen: die Name Wall, der Doctor, Peanut Hamper etc.
Ich werde mir die weiteren Folgen weiterhin anschauen, allerdings nicht als Star-Trek-Serie, sondern als Highschool- bzw. College-Serie. Unter dieser Prämisse funktioniert sie für mich auch.
BTW: Meine Favoriten unter den Charakteren (bis jetzt) sind Genesis Lythe und Lura Thok. Letztere erinnern extrem an Gunnery Sergeant Hartman aus Full Metal Jacket – sicher kein Zufall …













Kommentar verfassen :