The Architects of AI Are TIME’s 2025 Person of the Year
Es gibt immer noch viele, die meinen, A.I. sei nur ein Hype und bald werde die A.I.-Blase platzen. Diese Leute sollten einmal einen Blick auf die Ausgabe vom 11. Dezember 2025 des renommierten TIME-Magazins werfen, das „The Architects of AI“ zur „TIME’s 2025 Person of the Year“ gekürt hat.
Wer meint, das hätte nichts Großartiges zu bedeuten, sollte sich vor Augen führen, dass TIME bereits 1982 den PC zur „Machine of the Year“ erklärte – zu einem Zeitpunkt, an dem der PC gerade einmal etwa 1½ Jahre existierte. Rückblickend kann man sagen, dass TIME damit den Aufstieg des PCs praktisch vorweggenommen hat. Ähnlich verhält es sich mit der Wahl von „You“ im Jahr 2006, die die damals noch junge content-creator culture würdigte – lange bevor es den Begriff „Influencer“ überhaupt gab.
Dazu kommen zahlreiche weitere Beispiele, in denen TIME in Titelgeschichten Entwicklungen thematisierte, lange bevor vielen überhaupt klar war, dass diese Technologien einmal eine relevante Rolle spielen würden: von „Mark III – The Thinking Machine“ (1950) über „IBM“ (1955), „The Computer in Society“ (1965) und „The Computer Society“ (1978) bis hin zu „The Strange New World of the Internet“ (1994), und „The Drone Age“ (2018) und jetzt halt die verdiente Würdigung von AI.
Zur Einordnung:
Im Gegensatz zu anderen Pressemedien (insbesondere in Deutschland) ist TIME kein parteipolitisches Sprachrohr. Das Magazin bewegt sich traditionell im liberal-zentristischen Mainstream und ist eng mit politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten vernetzt. TIME versteht es sich als institutionsfreundlich, internationalistisch und kritisch gegenüber populistischen sowie autoritären Tendenzen. Die Einflussnahme verläuft dabei in beide Richtungen: Politiker nutzen TIME zur Legitimation und zur Platzierung von Narrativen, während das Magazin durch Themenwahl, Deutungsrahmen und symbolträchtige Titelbilder öffentliche Debatten prägt und politische Wahrnehmung – besonders auf internationaler Ebene – mitformt.
Ergo:
Die Redakteure von TIME werden diesen Titel im Jahr 2025 sicher nicht leichtfertig oder rein politisch getrieben an „The Architects of AI“ vergeben haben. Sie sehen offensichtlich eine mehr als reale Chance, dass AI auch langfristig eine prägende Zukunftstechnologie sein wird. Genau so, wie sie zuvor den Aufstieg und die langfristigen Auswirkungen von Computern, PCs und der content creator culture richtig eingeschätzt haben.
Und an alle, die meinen, die AI-Blase werde jede Sekunde platzen, seien zwei Dinge gesagt.
Erstens: Technisch – und auch aus der Sicht derjenigen, die wirklich Ahnung von der Materie haben – wird diese Blase nicht so schnell platzen. Die eigentliche Gefahr kommt eher von Finanzleuten (CFOs etc.), die mit ihrem Halb- oder Viertelwissen völlig überzogene und falsche Erwartungen aufbauen. Menschen, die glauben, man brauche bald keine Programmierer mehr oder dass mit dem Einsatz von AI alles automatisch besser, schneller und vor allem billiger werde. Wenn diese Leute irgendwann in der Realität ankommen, können sie eine negative Stimmung gegen AI erzeugen – und das könnte dann tatsächlich zum Platzen der Blase führen.
Der zweite Punkt:
Sollte diese Blase tatsächlich platzen, wäre das eine echte Katastrophe. Der Begriff „AI“ wäre so vergiftet, dass es extrem schwer würde, Kapital für die Weiterentwicklung von AI zu bekommen. Die Entwicklung würde stagnieren oder sogar zurückfallen. Klar, manche würden sagen: „Ja, und das ist doch gut – kein generativer Revenge Porn, weniger Fehlinformationen, sichere Arbeitsplätze für Coder.“ Diese Leute vergessen jedoch, dass es zahlreiche AI-Projekte gibt, die kaum öffentliche Aufmerksamkeit bekommen: Grundlagenforschung, Materialoptimierung, Statik, Medizin, Energiewirtschaft usw. Bei einem Platzen der Blase hätten auch diese Projekte massive Probleme, an Geld zu kommen, weil „AI“ dann zum Investitionsgift würde. Und da es seit den 1990ern ohnehin immer schwieriger geworden ist, an Risikokapital zu gelangen, wäre das für viele Bereiche ein echter Todesstoß.
Also an alle AI-Hasser und CFOs da draußen: Informiert euch, was AI wirklich kann und was nicht, wo es sinnvoll ist, sie einzusetzen, und wo man besser auf klassische Technologien setzt – oder auf einen Mix aus beidem. Denn:
AI ist nur ein Tool – ein mächtiges, aufwendiges Tool.
Und den ewigen Untergangspropheten („Skynet is coming“) sei gesagt:
Technologie ist weder gut noch böse – sie ist das, was Menschen daraus machen.






















Kommentar verfassen :