Japantag – R.I.P.

Der Japantag in Düsseldorf, für mich als Photograph, Cosplayer, Japan- und Manga-/Animefan eigentlich immer eins der Highlights des Jahres, wenn das Wetter mitspielt.
Aber so wie es dies Jahr abgelaufen ist, kann ich nur sagen:
Diese Veranstaltung ist tot für mich!

Die Gründe hierfür:
  • Zu voll, zuviel Geschubse, Gedränge. Rücksicht? Was ist das? Rücksichtslose Radfahrer, wie kann man auf die Idee kommen an dem Tag mit dem Fahrrad da durch zu wollen. .
  • Immer mehr Stände, weswegen weniger Platz, in Verbindung mit zu voll ergibt das mehr Staus und Gedränge
  • Dadurch auch weniger Platz für gute Photos
  • Zu viele Normalos. Auf dem Weg zum Rheinufer gehört „Ich will aber unbedingt diese ‚Cosplayer‘ sehen!“ von einer älteren Dame, in einem Tonfall wie bei einer 1900er Freak-Show.
  • Rauchen, Saufen, Glas Müll
  • Nicht mal für Rettungssanitäter wird Platz gemacht.
  • Zu lange Schlangen an Essen- und Trinken-Ständen. Und auch da ist die Bedienung dann mehr als unfreundlich. Und wenn man was bekommen hat, dann geht mal mit dem tropfenden Essen wieder an die Stelle wo das meiste Gedränge ist.
  • Die üblichen 300mm-Paparatizy und die „Cosplay IS Consent“-Smartphone-Milchbubis werden  immer mehr. Und das vorher fragen ob man ein Photo machen darf, ist so selten wie ein Einhorn.
  • Die gefühlte Zahl der Cosplayer ist extrem zurück gegangen, wahrscheinlich entsteht dieser deswegen, weil die meisten den ganzen Tag auf einer Stelle auf den Wiesen sitzen und sich nicht trauen (aus den oben genannten Gründen) den Platz zu verlassen.
Allein aus diesen Gründen sollte man schon den Japantag meiden. Aber dazu kommen noch Berichte, die erstens Gerüchte von besoffenen Cosplayern mit Metallwaffen streuen.
Und zweitens dazu auffordern, dass wieder die „richtige“ Japanische Kultur in den Mittelpunkt treten soll.
Im Zuge dessen wird auch noch gefordert, dass Cosplayer ihre eigene Veranstaltung bekommen sollen. Dies ist indirekt eine Aufforderung  die Cosplayer zu verbannen.
Ich sage mal Ja, verbietet alle Cosplayer und verbannt alle Cosplay/Manga/Anime-basierten Stände. Meine Wette ist, dass dann auch nur noch die Hälfte der Besucher kommen wird, maximal.
Aber wieso drauf warten, vielleicht sollten nächstes Jahr mal ALLE Cosplayer den Japantag boykottieren um ein Zeichen zusetzten.
An Alternativen mangelt es ja nicht in Düsseldorf (Dokomi, Sakura Festival, COMIC UND MANGA CONVENTION, etc.)
Vielleicht merken die Veranstalter dann endlich, dass die Cosplayer DIE wahren Stars des Japantages sind!
Kategorien: Art, Cons, Cosplay, Life | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „Japantag – R.I.P.

  1. Ich weiss genau was du meinst! Deshalb bin ich schon seit zwei Jahren nicht mehr hingegangen. Zu viele Menschen. Und zu viele Idioten dabei.

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  2. Ich werde nächstes Jahr nicht mehr dahin gehen als Cosplayer. mir wurden meine Sachen kaputt gemacht und ich bin im Krankenhaus gelandet…
    Außerdem liefen da Fotografen rum die uns einfach fotografiert haben und diese jetzt auf ihrer Seite verkaufen ohne überhaupt die Erlaubniss dafür zu haben

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  3. Mika

    Du hast noch vergessen, dass für diese Besuchermenge viel zu wenig Toilettenwagen vorhanden waren. Ein Manko das mich ziemlich gestört hatte. An sich war für mich nur das Feuerwerk wirklich lohnenswert, so im Nachhinein betrachtet. Denn mit meinen Freunden hätte ich mich besser woanders hingesetzt wo man mehr Platz hat, dort kann man auch Spaß haben.

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  4. Ich kann mich deiner Kritik am Japantag nur anschließen. Die Organisation war wirklich miserabel.

    Ich kann bestätigen, dass selbst für Sanitäter kaum Platz gemacht wird, da ich selber mit drei Sanitätern zusammen quer durch die Menge laufen musste um auf der Wiese an der Sonnenuhr jemandem mit einer Alkoholvergiftung zu helfen.

    Der Alkoholkonsum war dieses Jahr wirklich mehr als übertrieben. Ich habe nichts dagegen, wenn einige Leute sich auf der Wiese entspannen und auch mal einen Joint dabei rauchen – das macht niemanden aggressiv – aber der Alkoholkonsum und dessen Folgen waren wirklich nicht schön zu beobachten.

    Ich habe allein in der Zeit, in der ich da war, zwei Schlägereien, einmal mit gut ein dutzend Beteiligten, das zweite Mal mit nur zwei Beteiligten mitbekommen.

    Das die Handynetzwerke nicht funktionieren ist bei der großen Menschenmenge und der großen Verbreitung von Smartphones ja vollkommen verständlich. Was mich allerdings sehr schockiert und verärgert hat war, dass selbst die Notrufnummern zeitweise nicht funktioniert haben. Ich habe mit meinem Handy 6 mal Versucht Polizei und Rettungsdienste zu erreichen, bin jedoch kein einziges mal durchgekommen. Nichtmal einen Rückruf habe ich bekommen. Dabei habe ich in der Schule doch gelernt, dass Notrufe Priorität haben und eigentlich immer durchkommen sollten.

    Ich habe es zu zwei Gelegenheiten an diesem Tag probiert den Notruf zu wählen und es endete jedes mal damit, dass ich solange in irgendeine Richtung gehen musste, bis ich einen Sanitäter oder Polizisten gefunden habe. Es kann einfach nicht sein, dass man über den halben Veranstaltungsort laufen muss, um ein Zelt vom Roten Kreuz zu finden. Vom Rückweg und den ganzen rücksichtslosen Passanten, die zum Teil, trotz lauten „Achtung! Sanitäter!“-Rufen, nicht einmal Platz gemacht haben, ganz zu schweigen.

    Selbst der interne Funkverkehr zwischen Sicherheit und Sanitäter schien nicht richtig funktioniert zu haben. Als erstes habe ich nämlich einen der viel zu wenigen Sicherheitsleuten gefragt, ob er zwei Sanis über Funk anfordern könne. Er hat es zwar versucht, aber wir hatten nach weit über fünf Minuten immer noch keine Antwort und überhaupt keine Sanis in Sicht. Ich hab mich dann nachher selbst zum Zelt durchgekämpft, welches im Übrigen auch nicht gerade leicht zu finden oder gar ausgeschildert war.

    Die Deutsche Bahn hat dem ganzen dann noch die Krone aufgesetzt. Ein völlig überfüllter Zug in Richtung Aachen. Ein einziger. Als hätte man nicht gewusst, dass die Allermeisten den nächsten (und letzten) Zug nach dem Feuerwerk nach Hause nehmen. Das am gleichen Tag auch das Spiel FC Bayern gegen BVB war, war scheinbar auch eine vollkommen unvorhersehbare Überraschung für die Deutsche Bahn. Kein Wunder, dass wir schon nach einer Haltestelle stehen bleiben mussten, weil der erste kollabiert ist und im RTW ins Krankenhaus gefahren werden musste.
    Dass sich, in der Zwischenzeit, noch eine arme Seele auf der Strecke vor uns vor den Zug geworfen hat, konnte man tatsächlich nicht voraus ahnen. Dass der Zug dann aber einfach wieder nach Düsseldorf zurück gefahren ist und uns ohne Schienenersatzverkehr oder Ersatzzug dort hat stehen lassen, halte ich für eine Unverschämtheit ohne Gleichens. Am Info-Zentrum der Bahn wurde mir nur gesagt, dass der nächste Zug um 5:39 Uhr morgens abfahren würde und ich leider keinen Anspruch auf ein Taxi habe.

    Leicht genervt und völlig erschöpft bin ich dann gegen halb zehn Zuhause angekommen. Dass auch dieser Zug wegen technischen Problemen drei Haltestellen vor meiner Endhaltestelle liegen geblieben ist halte nach alle dem auch nur noch für eine kaum erwähnenswerte Farce.

    Ich habe für diesen Tag keinen Eintritt bezahlt, aber ich fühle mich trotzdem abgezockt und betrogen. Die Stadt verdient Millionen und lässt aus reiner Profitgier viel zu viele Stände zu, schafft es aber nicht die Notrufnummern in Betrieb zu halten, genügend Sanitäter und sanitäre Anlagen bereit zu stellen und die Wege für die Menschenmassen frei genug zu halten und freut sich dabei noch hinterhältig über die jährlich steigenden Einnahmen aus der Alkoholsteuer. Vielleicht sollte man zumindest den Ausschank von hartem Alkohol an diesem Tag verbieten. In einem Land, wo an einem Karfreitag ein vollkommen sinnloses Tanzverbot gilt, sollte es doch möglich sein, ein absolut sinnvolles Ausschenkverbot für derartige Veranstaltungen durchzusetzen.

    Wieder einmal ein Beleg für die vollkommene Kommerzialisierung einer eigentlich gemütlichen, friedlichen und fröhlichen Zusammenkunft von Japanfans.

    Trotzdem werde ich nächstes Jahr wohl wieder zum Japantag fahren, denn viele meiner Freunde sehe ich nur zu dieser einen Gelegenheit im Jahr. Aber im nächsten Jahr werde ich mich wohl nur noch am Rand der Veranstaltung aufhalten, vor dem Feuerwerk nach Hause fahren und entweder ein Verbandskasten oder ein Funkgerät dabei haben.

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