Film-Kritik “Iron Sky”

Um eins sofort klarzustellen :
Ja – ich mag gut gemachte Trash-Filme (Troma, Toho, Colman, etc) und ich stehe dazu!

So ist es sicher nicht verwunderlich das ich mich für "Iron Sky" interessiere, seit dem ich 2008 den ersten Teaser gesehen habe. Nach dem ich mir "Star Wreck: In the Pirkinning" angeschaut hatte war ich sehr gespannt, was der Regisseur aus einem "richtigem" Budget machen würde.
Mein Wunsch war es eigentlich in eine Vorpremiere zu gehen. Aber wie so oft ist, was das angeht, das Ruhrgebiet tiefste Provinz. Die Nächste wäre in Münster gewesen, aber nach dem Film noch eine Stunde wieder zurück fahren, also gegen 04:00 erst zu Hause sein und am nächsten Tag dann zur Arbeit, das wäre doch etwas viel gewesen. Also konnte ich den Film erst am Donnerstag Abend anschauen. Der Ansturm muss wohl größer gewesen sein als erwartet, denn er lief in einem anderen Kino als am Montag, bei der Vorbestellung angekündigt war und der Saal war ausverkauft !

Zum eigentlichen Film:
Ich versuche mich mit Spoilern zurück zu halten, aber trotzdem :
!!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!! – !!Spoiler Warnung!! -!!Spoiler Warnung!!

Nach den Enttäuschungen der letzten Kinobesuche waren meine Erwartung an diesem Film sehr hoch. Gemischt mit der Sorge, daß wenn dieser Film doch schlecht sein könnte … Denn dann würde ich schwarz sehen fürs Kino …
… aber das Kino ist noch nicht verloren, dank Timo Vuorensola gibt es noch Hoffnung!
Wer einen glorifizierenden Rechten-Propagandafilm oder eine platte NS-Komödie wie „U-900“ oder „My Führer“ erwartet ist eindeutig im falschen Film.
Das Ganze ist eine beißende gesellschaftskritische Komödie, in der jeder (außer die Finnen) sein Fett weg bekommt. Vor allem die USA bzw. die westliche Welt … eigentlich die gesamten Welt inc. UNO (ist das nicht alles das Gleiche?) sind das Ziel der beißenden, ironischen, sarkastischen Witze. Wenn man für solch eine gesellschaftskritische Komödie abgedrehte sarkastische, ironische Sci-Fi benutzt, ist es klar, daß damit der Mainstream nicht klar kommt, weil er diese Denkweise bzw. Blickwinkel nicht verstehen kann oder will. Aber bei den Nerds und Geeks dieser Welt trifft man genau den Zeitgeist.
Beispiele :
– Benimmt bzw. denkt nicht jeder Berufspolitiker wie die Präsidentin?
– Ist es PR Leuten nicht wirklich egal was sie wie verkaufen, hauptsache sie bringen es an den Mann?
– Der Astronaut wird nicht nach „Qualifikation“ ausgewählt, sondern nach Medienwirkung.

Des weiteren lebt der Film von seinen nerd-itigen Querverweisen, Zitaten und Andeutungen.
– „I have a bad feeling.“
– „Ich kann ein UFO fliegen, ich habe alle Teile von „Wing Commander“ durchgespielt.“
– „Football Fight“ aus dem „Flash Gordon“-OST meine ich gehört zu haben.
– Wieder einmal greifen die USA zu „Ritt der Walküren“ an.
– Anspielung auf „How Star Wars Episode IV Should Have Ended“
Um nur einige zu nennen, wahrscheinlich sind im ganzen Film noch hunderte weitere versteckt.

Etwas Kritik muss leider auch sein: Einige der Schauspieler haben etwas hölzern/steif gespielt. Der Space-Fight gegen die Götterdämmerung hätte länger sein können. Aber ich finde das ist Kleinkram im Vergleich zu dem positiven Gesamtergebnis.

Fazit :
Für mich persönlich ist "Iron Sky" der beste Film der letzten 2-3 Jahre.
Und somit ist meine Meinung über die Filmindustrie etwas gestiegen, vielleicht wird es ja doch noch ein gutes Filmjahr 2012. Außerdem habe ich jetzt einen Grund mir doch in einem halben Jahr einen BlueRay-Player zu kaufen. 😉
Wer auch der Meinung ist, daß "South Park" die beste gesellschaftskritische Serie ist, die es gibt und gut gemachten Trash mit einer Botschaft mag, der wird "Iron Sky" lieben.
Timo Vuorensola hat das Zeug sich zu einer Kombination von Quentin Tarantino und dem jungen Roland Emmerich zu entwickeln. Hoffentlich behält er dabei seinen Fanboy-Spirit. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf seinen nächsten Film, diesmal mit mir persönlich als Teil der Crowd.

Eine Frage stellt sich mir noch :
Wo waren in der UNO-Sitzung und in der Raumschlacht eigentlich die Deutschen? Oder habe ich die übersehen?

PS: Es ist kein IPhone oder Ipad 😀

Kategorien: Life | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Film-Kritik “Iron Sky”

  1. Jochen

    Trotz der schlechten Kritik vom Handelsblatt, habe ich mir den Film gegönnt und ich muss sagen, dass sich der Kinobesuch wieder mal seit langer Zeit gelohnt hat. Ein Film der einfach alles hat und genau aus diesem Grund man ihn jetzt schon als „Kult-Film“ bezeichnen kann. Das Trash-Genre ist und bleibt zeitlos und wird durch die Beisteuerung solcher Filme positiv bereichert.

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  2. Jochen

    Auch wieder war 😉

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